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Vor der Polizeiabsperrung am Wartberg zünden linke Gegendemonstranten Pyrotechnik. Foto: Meyer
Vor der Polizeiabsperrung am Wartberg zünden linke Gegendemonstranten Pyrotechnik. Foto: Meyer
24.02.2016

Pyrotechnik, Schneebälle – und ein kleiner Kessel am 23. Februar auf Pforzheimer Wartberg

Keine Verletzten, keine Festnahmen – es sei bislang ein „friedlicher Protest“ und damit ein „guter Einsatzverlauf“ gewesen, zog der Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Martin Plate, nach dem Versammlungsende das Fazit des Einsatzes rund um den Wartberg. Dort hatten am Dienstag wieder Mitglieder des linken Bündnisses „nichtlangefackeln“ die Fackel-„Mahnwache“ des rechtsextremen „Freundeskreises Ein Herz für Deutschland“ (FHD) zu stören versucht. Deswegen waren auf dem Wartberg die meisten der insgesamt rund 900 Polizisten im Einsatz, um etwa 250 Linke und 89 Rechte voneinander getrennt zu halten. 2015 waren es 1300 Beamte, 70 Neo-Nazis und 350 Antifaschisten gewesen.

Gegen 17 Uhr waren die Rechten angereist und hatten sich auf dem Parkplatz der Firma Amazon versammelt. Diese verständigte daraufhin die Polizei. „Amazon würde auf keinen Fall die Nutzung des firmeneigenen Parkplatzes für diesen Zweck zulassen“, lässt der Versandhändler verlauten. Währenddessen trafen sich um 18 Uhr am Hauptbahnhof laut Polizei rund 120 Antifaschisten. Nach einer kurzen Ansprache zogen sie über die Nordstadtbrücke, Hohenzollernstraße und Heinrich-Wieland-Allee mit einer angemeldeten Demonstration zum „Café Hasenmayer“. „Refugees are welcome here“, „Nazis Vertreiben, Flüchtlinge bleiben“ und der Ruf nach internationaler Solidarität hallten durch die Straßen, begleitet von neugierigen Blicken zahlreicher Anwohner – und den roten Rauchschwaden der ersten gezündeten Bengalos.

Um 19 Uhr rannten die mittlerweile mehr als 200 Antifaschisten los. Über Kreuzsteinallee, Oberen Wingertweg und Wiflinger Steig versuchten sie den Ort der „Mahnwache“ zu erreichen. Doch auf der Wartbergallee war Schluss. Die Polizei hatte Absperrgitter angebracht. Den Antifaschisten blieb nichts weiter übrig, als die „Mahnwache“ der Neo-Nazis mit Rufen und Pfiffen zu stören. In Richtung der Polizei flogen vereinzelt Böller und zahlreiche Schneebälle.

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