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Neuer Rat: Norbert Könne (SPD), Stephan Banschbach (Allianz Hohenwarter Bürger), Martin Keuerleber, Cornelia Hempel, Volker Weingardt (alle CDU), Karin Jungmann (AHB), Jörg Wiskandt und Tobias Gindele (beide FDP, von links). Fotos: Moritz/Baumgärtel
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OB Peter Boch (rechts) steckt Karl Schröck das Verdienstabzeichen an.
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Er soll der neue Ortsvorsteher werden: Siegbert Morlock (Gewerbeamt).
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Adam Bornbaum, Karl Schröck und Christian Lang (von links) scheiden aus.

Räte holen Neunten an den Tisch - Neuer Vorsteher des Hohenwarter Gremiums

Pforzheim-Hohenwart. Hohenwarter Gremium spricht sich für Siegbert Morlock als Vorsteher aus. Karl Schröck wird nach 35 Jahren Ehrenamt von OB Boch verabschiedet.

Was für eine Wendung: Bis zuletzt scheint die Nachfolge des Ortsvorstehers Karl Schröck (CDU) für Außenstehende völlig unklar. Dann zaubern die Hohenwarter am Mittwochabend bei der konstituierenden Sitzung des neuen Ortschaftsrats im katholischen Gemeindezentrum plötzlich einen Kandidaten aus dem Hut, der gar nicht am Ratstisch sitzt. Die Überraschung: Siegbert Morlock – ein bekanntes Gesicht, nicht nur im Höhenstadtteil. Der 64-Jährige ist seit 2006 Leiter des städtischen Gewerbeamts und geht zum Jahresende in Pension. „Am Samstag vor acht Tagen wurde ich beim Frühstück gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte“, sagt Morlock, der für eine kurze Ansprache auf Schröcks Stuhl Platz nehmen darf. Als Diplom-Verwaltungswirt, der seit 1978 der Stadtverwaltung, jedoch keiner Partei angehört, sei er für das Ehrenamt „nicht ungeeignet“, findet Morlock. Dessen Frau Susanne kennt sich bestens aus: Die 60-Jährige ist seit 1990 bei der Hohenwarter Ortsverwaltung tätig. Ob das auch künftig so bleibt, wird sich zeigen. Die städtische Leitlinie könnte dagegensprechen.

Der Gegenkandidat: Norbert Könne, Jahrgang 1949, war bislang Schröcks Stellvertreter. Er habe als SPD-Kandidat „ein respektables Ergebnis“ erzielt, betont er. Dass er von Stephan Banschbach (neuerdings Allianz Hohenwarter Bürger) vorgeschlagen wurde, beweise aber, dass er „über die Parteigrenzen hinaus“ wirke. Auch, wenn er die Rolle der Opposition zuletzt offensiver ausgeübt habe, als bislang üblich, habe er sich für viele Veränderungen eingesetzt.

Die Wahl: Morlock macht mit fünf Stimmen das Rennen. Könne reicht es nur für drei, ihm ist die Enttäuschung anzusehen. Wer hier wie gewählt hat, ist – trotz der von Könne geforderten geheimen Wahl – offensichtlich: Allianz und SPD kommen zusammen nur auf drei Stimmen. Der Gemeinderat muss dem Vorschlag nun kommende Woche noch zustimmen.

Die Stellvertreter: Sie werden offen gewählt. Martin Keuerleber (CDU) als erster stellvertretender Ortsvorsteher mit sieben Ja-Stimmen, Könne enthält sich. Tobias Gindele (FDP) gewinnt die Stichwahl um das Amt des zweiten Stellvertreters – mit den fünf Stimmen von CDU und FDP – gegen Banschbach. Zum Stellvertreter der städtischen Vertreter (Peter Boch und Hans-Joachim Haegele) im Wasserzweckverband wird Keuerleber einhellig gewählt.

Die Neulinge: Rund eineinhalb Stunden müssen Cornelia Hempel (CDU), Karin Jungmann (AHB) und Jörg Wiskandt (FDP), der bereits in den 1990er-Jahren für die SPD im Gremium saß, auf ihren Stühlen im Publikum ausharren, weil das viel lieber mit OB Peter Boch über FFH-Gebiete diskutiert.

Die Abschiede: Zuvor heißt es noch Abschied nehmen. Schröck, der auf 35 Jahre Ortschaftsrat und zehn Jahre Ortsvorsteher zurückblickt, habe stets alle Generationen des Ortsteils im Blick gehabt, betont Boch, bezeichnet ihn als „geradlinig, umsichtig und engagiert“ und dankt ihm für seinen unermüdlichen Einsatz, bevor er ihm das goldene Verdienstabzeichen des Städtetags ansteckt. Auch Neuhausens Bürgermeister Oliver Korz dankt für die Zusammenarbeit im Wasserzweckverband. In all den Jahren war Adam Bornbaum (CDU) stets an Schröcks Seite, der nun nach fast 40 Jahren ebenfalls ausscheidet. „Du warst immer der Kritische“, so Schröck beim Überreichen der Ehrenplakette des Ortsteils. Die Diskussion sei wichtig gewesen. Auch Christian Lang (FW) habe mit seinen „jungen Ideen“ das Gremium aufgemischt. Und dann ist da noch das inoffizielle Mitglied, Stadtrat Hans-Joachim Bruch, der mit seinem „Bruxit“-Sekt am Ende doch alle versöhnlich stimmt.

Anke Baumgärtel 2

Anke Baumgärtel

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