nach oben
Notdürftig verschlossen wurde 2012 die Eingangstür zum Schmuckmuseum nach dem Einbruch.  PZ-Archiv
Notdürftig verschlossen wurde 2012 die Eingangstür zum Schmuckmuseum nach dem Einbruch. PZ-Archiv
07.10.2015

Rätsel um gestohlenes Fabergé-Ei scheint gelöst

Pforzheim. Der Prozess vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe, Außenstelle Pforzheim, um den Einbruch ins Schmuckmuseum am 4. Februar 2012 scheint sich dem Ende zuzuneigen. Wie berichtet, wird dem angeklagten 52 Jahre alten Iren vorgeworfen, einer der Köpfe der „Rhino-Bande“ zu sein, die europaweit Nashorn-Hörner gestohlen hatte.

Auf deren Konto ging auch der Einbruch ins Schmuckmuseum, wo Schmuck und ein Fabergé-Ei im Wert von 87.000 Euro gestohlen wurde.

Der Angeklagte hatte anfangs von einem „Komplott“ gesprochen. Seit fünf Verhandlungstagen unter dem Vorsitzenden Richter Andreas Heidrich kommt der Prozess nicht recht von der Stelle, vor allem, weil geladene Zeugen, darunter der damalige Einbrecher, nicht erschienen. Durch die schwierige Beweislage könnte sich das Verfahren bis ins nächste Jahr hinziehen.

Der Erste Staatsanwalt Klaus Stohrer schlug daher als verfahrensverkürzende Maßnahme vor, den Prozess auf den Einbruch ins Schmuckmuseum zu beschränken. In Aussicht gestellt wurde eine Strafe zwischen zweieinhalb und drei Jahren, wenn der Angeklagte ein Geständnis ablegt. Nach langer Beratung mit seinem Verteidiger Paul Vogel war dieser dazu bereit.

Er habe dem Einbrecher das Schmuckmuseum als lohnendes Objekt genannt, gestand er. Er habe ihm auch zugesichert, das Fabergé-Ei zu kaufen. Aber der Kopf der Bande sei er nie gewesen. Er habe nur die Anrufe oft getätigt. Was aus dem kostbaren Ei geworden sei, wisse er nicht. Im Gerichtssaal saßen seine weinende Ehefrau, seine vier Kinder, von denen auch der Älteste weinte, und betende weitere Verwandte. Der Prozess wird am 19. Oktober um 11 Uhr fortgesetzt. An diesem Tag könnte mit dem Urteil zu rechnen sein, wie Heidrich in Aussicht stellte. jaw