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07.07.2017

Rassismus zwischen Regalen? – Strafanzeige wegen Körperverletzung im Discounter

Pforzheim. Eine Frau schreit, Kinder weinen – während der Mann und Vater im Schwitzkasten eines Unbekannten steckt. Da hat Servan G. (Name geändert) bereits einen Schlag auf die linke Wange erhalten. Mehrere Personen sehen zu – nur ein Mann, erinnert sich Servan K., sei dazwischengegangen, habe die beiden Männer getrennt, von denen der Angreifer wesentlich kräftiger gewesen sein soll als der gebürtige Kurde, der seit 20 Jahren in Pforzheim lebt, selbstständig ist, seine Steuern bezahlt. Und sich, so sagt er, nicht nur an diesem frühen Nachmittag bei einem Discounter in der Nordstadt sagen lassen muss, er sei ein „Scheiß-Ausländer“ und „Scheiß-Kanake“. Und er solle gefälligst aus Deutschland verschwinden. „So etwas höre ich immer wieder“, sagt Servan G., doch körperlich angegangen habe man ihn noch nicht.

Mehrfache Prellungen im Gesicht, am Hals, Oberkörper und rechten Arm, Druckschmerz über dem linken Unterkiefer, kleine Schleimhauteinblutungen im Mund, Druckschmerz über der Halswirbelsäule und Nackenmuskulatur, werden am gleichen Tag in der Notfallambulanz des Siloah St. Trudpert Klinikums diagnostiziert. Hierhin ist Servan G. mit seiner Familie noch am gleichen Nachmittag gefahren – nachdem die von einem Discounter-Mitarbeiter verständigte Polizei den Vorfall aufgenommen und eine Anzeige entgegengenommen hat. Polizeisprecher Dieter Werner bestätigt, dass die Anzeige auf Körperverletzung laute. Der Darstellung Servan G.s, wonach die Polizei anwesende Marktbesucher – also Zeugen – nicht befragt habe, widerspricht Werner: Man habe sehr wohl Zeugenaussagen zu Protokoll genommen. Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs..