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07.08.2017

Raubüberfall im Zug Richtung Stuttgart: Mehrere Jahre Haft gefordert

Im Fall um einen 30-Jährigen aus dem Enzkreis, der Anfang Februar eine 22-Jährige in einem Regionalexpress Richtung Stuttgart überfallen, mit einem Messer verletzt und ausgeraubt hatte, sind am Montag die Plädoyers gehalten worden.

Staatsanwalt Dominik Franzki beantragte für den besonders schweren Raub mit gefährlicher Körperverletzung sowie einen Diebstahl von Schnaps im Wert von knapp 92 Euro, den der Angeklagte Ende Januar mit einem Messer im Rucksack in einem Supermarkt in der Stadtmitte begangen hatte, eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Zudem plädierte er der Empfehlung des Sachverständigen Ralph-Michael Schulte folgend, für eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Der Vertreter der Nebenklage, Rechtsanwalt Daniel Häuser, der die 22-Jährige vertritt, beantragte hingegen eine Sicherheitsverwahrung statt einer Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Angesichts dessen, dass der Angeklagte zahlreiche Therapien abgebrochen habe, bezweifle er, dass dies Erfolg haben könnte.

Im Bundeszentralregister von Michael S. (Name geändert) sind 26 Vergehen vermerkt, darunter mehrfach Raub und noch öfter Diebstahl, aber auch Beleidigung, Sachbeschädigung, versuchter Betrug oder versuchte räuberische Erpressung mit vorsätzlicher Körperverletzung. Insgesamt hat S. acht Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht.

Schulte attestierte ihm eine kombinierte Persönlichkeitsstörung ebenso wie ein Suchtproblem sowie eine leichte Intelligenzminderung, was ihn eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen ließ. Seine Verteidigerin Margrete Haimayer bezeichnete den Antrag der Staatsanwaltschaft als maßvoll, betonte aber die Geständigkeit ihres Mandanten, die Entschuldigung bei seinem Opfer und die eingetretene Therapiebereitschaft. Ansonsten legte sie das Schicksal ihres Mandanten in die Hände der Strafkammer.