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Rauch in der Küche: Heinrich-Wieland-Schule kurzzeitig evakuiert

Pforzheim. Alarm am Freitag zur besten Mittagspausenzeit in der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim. Mehrere Hundert Schüler mussten sofort das Gebäude verlassen und sich im Freien versammeln. Unterdessen düste die Feuerwehr Pforzheim gleich mit mehreren Fahrzeugen an die Graf-Leutrum-Straße auf dem Haidach. Eile war geboten, denn niemand konnte mit Sicherheit sagen, ob nicht Menschenleben in Gefahr waren oder ein hoher Sachschaden drohte.

Das Blaulicht zuckte jedoch nicht lange vor dem Schulareal. Nach ersten, noch unbestätigten Meldungen soll es zu einer heftigen Rauchentwicklung in der Schulküche gekommen sein. Die soll den Brandalarm ausgelöst haben. Bevor es zu Flammen und einem Brand kam, der auf andere Küchenbereiche übergreifen konnte, war das Problem behoben. Für die in wenigen Minuten angerückte Feuerwehr gab es zum Glück nicht mehr viel zu tun. Ordentliches Lüften war angesagt. Der Schaden war minimal. Und dann ging es auch schon wieder weiter mit dem ganz normalen Schulbetrieb.

Löst eine Brandmeldeanlage aus, wird automatisch ein Löschtrupp der Feuerwehr Pforzheim zum vermeintlichen Brandort entsendet. Das sind dann immer gleich mehrere Fahrzeuge. Das sieht für den Laien nach viel Aufwand aus, vor allem dann, wenn die meisten Feuerwehrleute im Fahrzeug sitzen bleiben, während offenbar nur wenige das betroffene Gebäude betreten, um die Lage zu erkunden. In der Regel fahren dann die Feuerwehrautos auch noch nach ein paar Minuten ab, ohne dass auch nur ein Liter Löschwasser verspritzt wurde.

So ein Einsatz kann den Besitzer der Brandmeldeanlage ein paar Hundert Euro kosten. Aber das rechnet sich spätestens dann, wenn es sich nicht um einen Fehlalarm handelt und die Feuerwehr so frühzeitig einschreiten kann, dass Menschenleben nicht in Gefahr geraten und große Sachschäden ausbleiben. Ein Zeitverlust könnte bei einem Brandereignis mit viel Rauch zum Beispiel in Fabrikgebäuden mit großen Maschinen schnell zu einem Millionenschaden führen.

So wie privat im Haushalt installierte Rauchmelder Leben retten können, so sind auch automatische Brandmeldeanlagen unerlässlich, um die Sicherheit von Menschengruppen oder teurem Inventar in größeren Objekten zu sichern. Für die Feuerwehr Pforzheim bedeutet das jedoch zwischen 200 und 300 Mal im Jahr auszurücken, ohne dass tatsächlich ein Feuer in einer größeren Immobilie zu löschen ist. Aber die Sicherheit geht vor.

2015 gab es bei der Feuerwehr Pforzheim 249 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen, 2014 waren es 283. Dem gegenüber stehen 6 echte und gemeldete Brandereignisse in 2014 und 4 in 2015. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr Pforzheim im Jahr 2016 insgesamt 695 Fehlalarme. 270 davon entfielen auf automatische Brandmeldeanlagen. Durch Auslösung von Rauchwarnmeldern, mit denen Wohnräume nach der Landesbauordnung auszustatten sind, wurden 92 Einsätze verursacht, darunter lediglich 5 tatsächliche Brände. Eine besonders häufige Alarmierungsursache ist angebranntes Essen. Gegenüber dem Jahr 2015, in dem 70 Alarmierungen durch Rauchwarnmelder ausgelöst wurden, ist 2016 eine Steigerung um mehr als 31 % zu verzeichnen, wie es im Jahresbericht 2016 der Feuerwehr Pforzheim nachzulesen ist.