nach oben
Rechtsextreme veranstalten Mahnwache auf dem Wartberg © Ketterl
23.02.2011

Rechtsextreme veranstalten Mahnwache auf dem Wartberg

PFORZHEIM. Weniger Polizisten als je zuvor, so Polizeichef Burkhard Metzger, haben am Mittwoch Abend für Sicherheit auf dem Wartberg gesorgt. Wie seit 1994, hatte der als rechtsextremistisch eingestufte „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“ zu einer „Mahnwache“ mit Fackeln auf dem Plateau des Wartbergs aufgerufen. Rund 100 Personen nahmen an dem umstrittenen Gedenken an die Opfer der Bombardierung Pforzheims 1945 teil.

Bildergalerie: Prozession mit dem Wandernagelkreuz beim jüdischen Friedhof

Zirka 40 Anhänger der Antifa demonstrierten mit lautstarken Rufen unterhalb des Wartbergs und beim Wasserturm. Sowohl im Vorfeld (im vergangenen Jahr nahm man in der Nacht des 22. Februar zwei Männer mit selbst gebastelten Buttersäure-Sprengsätzen fest) als auch in den Abendstunden kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Die Polizeibeamten waren in zivil als Aufklärer als auch in Uniform als demonstrative Abschreckung im Einsatz.

Bildergalerie: Gedenkfeier zum 23. Februar auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof

Die Polizei arbeitete mit eigenen Kräften inklusive Hundestaffel als auch mit einer Hundertschaft Bereitschaftspolizisten. Auch Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff und Erster Bürgermeister Roger Heidt machten sich ein Bild von der Lage. Der Leiter der Polizeidirektion Pforzheim, Burkhard Metzger, äußerte sich zufrieden mit dem Einsatzverlauf: „Mit dem geringsten Kräfteansatz seit Jahren hat die Polizei einen Beitrag dazu geleistet, dass nicht die Mahnwache auf dem Wartberg, sondern die Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof im Mittelpunkt des für Pforzheim so wichtigen Gedenktags stand.“ Der Polizeichef bedankte sich bei den rund 100 Einsatzkräften aus Karlsruhe, die die Pforzheimer Polizei bei diesem Einsatz unterstützten. Auch an Roger Heidt richtete der Leiter der Pforzheimer Polizeidirektion seinen Dank für die gute Unterstützung der Kommune bei der Durchführung des Einsatzes.

Anfangs kam es zu Verzögerungen beim Aufmarsch der Rechten, die von der Polizei eskortiert wurden – die vorgeschriebenen Ordner waren nicht vorschriftsmäßig gekennzeichnet. Die Veranstalter sehen sich als Opfer einer „Hetzkampagne“. In früheren Jahren war es war öfter zu brenzligen Situationen gekommen. Die Polizei geht deshalb aus Erfahrung am 23. Februar grundsätzlich auf Nummer sicher.

Die Kundgebung der „Linksjugend (Solid)“, die in der Zeit von 19 Uhr bis 20.20 Uhr, im Bereich Buckenberg stattfand, verlief ruhig. Die Veranstaltung wurde von 35 Teilnehmern besucht.ol/pol

Bildergalerie: Pforzheimer demonstrieren gegen Rechtsextreme - Teil 3

Bildergalerie: Pforzheimer demonstrieren gegen Rechtsextreme - Teil 2

Bildergalerie: Pforzheimer demonstrieren gegen Rechtsextreme - Teil 1

Leserkommentare (0)