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Wassertropfen am Rathaus: Katharina Krenkel hat sie geschaffen. 

Regentropfen am Rathaus: Ausstellung „Urban Art@Pforzheim“ verschränkt die Kunst im Inneren mit dem Außenraum

Pforzheim. 15 Künstler präsentieren im Stadtlabor bis Mitte September eine breite Palette unterschiedlicher Ausdrucksformen von Urban Art. Wochenlang erklären sie die Innenstadt zur Kunstzone und laden ein zu Begegnung und Austausch wie etwa mit den aus Bast gehäkelten Regentropfen am Rathaus von Katharina Krenkel. Im Auftrag des Kulturamts der Stadt Pforzheim hat die Kuratorin Professor Chris Gerbing die Ausstellung konzipiert. Sie ist Teil der Veranstaltung „WerkSTADT 2021 – Lust auf Stadt“. Urban Knitting, Guerilla Gardening und Formen der interaktiven, partizipativen Aktionskunst – mit Live-Aktionen, die die Ausstellung begleiten werden – werden dabei ebenso gezeigt wie Graffiti in seiner extremen Bandbreite.

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Ausstellung "Urban@Art" im Stadtlabor

Seine Ausstellungsfläche findet der 40-jährige Christoph Gantner, Künstlername Jeroo, normalweise auf großen Flächen in Bahnhofsunterführungen, an Brücken oder auch Tunneln. In Stuttgart verziert er sie etwa im Auftrag der Deutschen Bahn. Den Schwan im Bildformat hat er auf eine Leinwand gesprayt. Und zeigt das Werk im Rahmen der Ausstellung „Urban Art@pforzheim“ im Stadtlabor am Marktplatz bis Mitte September.

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Der Künstler Christoph Gantner kommt auch mit einem kleinen Format als Projektionsfläche für seine Ideen bestens zurecht.

Er hofft, mit seinem Beitrag eine positive Debatte um legale Flächen für Graffiti anzustoßen. Pforzheim habe viele schmucklose Wände. Das Mannheimer Projekt Stadt.Wand. Kunst zur Bemalung von Häusern in der Stadt durch nationale und internationale Künstler aus der Streetart-Szene zeige den Erfolg solcher künstlerischen Ausdrucksformen. Zwei Interessenten hätten Bürgermeisterin Sibylle Schüssler bereits kontaktiert, um ihr Eigentum legal verschönern zu lassen, erzählt diese beim Pressegespräch.

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Es gibt viel zu entdecken im Stadtlabor: KwanhoYuh (links) und Kuratorin Chris Gerbing zeigen, wie unterschiedlich Urban Art sein kann. Foto: Moritz

Mit dabei ist auch die Künstlerin Kwanho Yuh. Sie hat sich von 28 Interessierten Samen bringen lassen. Auf einem Bild ist die geöffnete Hand eines 97-Jährigen zu sehen mit Samen aus Ungarn. Zum Teil seien sie am Platz des 23. Februar gepflanzt worden. Die Künstlerin freut sich auf die Blumenpracht im Herbst und hofft darauf, dass das Grünflächenamt genügend gießt.

Martina Schaefer

Martina Schaefer

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