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Die Regisseurin und Schauspielerin Ulrike Grote. Foto: PZ-Archiv
Die Regisseurin und Schauspielerin Ulrike Grote. Foto: PZ-Archiv
09.08.2015

Regisseurin Ulrike Grote: „Die Idee zum zweiten Teil war einfach da“

Vor zwei Jahren war sie schon einmal zu Besuch – bei der Vorstellung zum ersten Teil des Films – dieses Mal ging es um den Zweiten: Schauspielerin und Regisseurin Ulrike Grote stellte vergangenen Freitag persönlich den neuen Teil ihrer Schwabensaga „Täterätätää – Die Kirche bleibt im Dorf“ beim Open-Air-Kinoabend im Innenhof des Kulturhauses Osterfeld vor. „Es ist toll, dass es so voll ist. Die Vorstellung ist ausverkauft, es gibt jetzt einen Zusatztermin am Dienstag“, sagte Christine Müh, Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos und Moderatorin des Abends. „Pforzheim freut sich, dass sie da ist.“

Ulrike Grote, die ursprünglich aus dem hohen Norden kommt und auch heute dort wohnt, ist in Pforzheim aufgewachsen und verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Schwabenland. „Ich wünsche allen viel Spaß beim zweiten Teil, wenn die Norddeutschen zuschlagen. Denn es geht auf nach Hamburg“, verriet die Regisseurin vor Filmbeginn. Schon im ersten Film haben sie sich um die Kirche gestritten, im zweiten fällt das marode Gotteshaus der verfeindeten Dörfer Ober- und Unterriesling dann ganz in sich zusammen. Da der Dorfgemeinde klar ist, dass „a neue Kirch her muss“ und „das Halleluja ned unterm‘ freie Himmel g’macht werde kann“, machen sich die Schwaben auf, ins nordische Hamburg, um bei einem Musikwettbewerb Geld für die neue Kirche zu gewinnen. Pfarrer Schäuble hat nämlich alle Spendengelder vertrunken.

„Die Idee zum zweiten Teil war einfach da, da ging das Schreiben dann ganz schnell. Dieses Mal ist es ein sehr musikalischer Film“, erklärte die Regisseurin dem Publikum.„Ich hatte große Lust, beide Sprachen zusammenprallen zu lassen.“ Denn den Ober- und Unterrieslingern wird klar, dass die Sprache der „Hamburger Dackel“ nur schwer mit dem Schwäbischen vereinbar ist. „Aber auch im Norden versteht man das Schwäbische, es gibt ja schließlich auch keine Untertitel“, sagte Ulrike Grote, die Christine Müh Frage und Antwort stand.

In der Pause nutzen viele Kinobesucher die Gelegenheit, mit der Regisseurin ins Gespräch zu kommen. Auf die Frage, ob sie in zwei Jahren wieder zu Besuch käme, sagte die Filmemacherin, sie müsse demnächst dann doch auch wieder etwas Hochdeutsches schreiben.„Das war ein unvergesslicher Abend unter dem Sternenhimmel“, sagte die Leiterin des Kommunalen Kinos. Auch der tobende Applaus der Kinobesucher am Ende des Films sprach für sich. Oder wie es die Ober-und Unterrieslinger formulieren würden: „Dem Herrgott dank i still für unsre schwäbische Idyll‘!“