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08.07.2008

Rekordpreise für Energie: Deutschland – kein Wintermärchen

PFORZHEIM. Spare im Sommer, dann hast du im Winter. Nach diesem Motto leben immer mehr Deutsche – gezwungenermaßen. Die Energiepreise steigen, kein Ende ist abzusehen. Auch in Pforzheim machen sich die Leute bereits jetzt Gedanken um die kalte Jahreszeit.

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Die Energiepreise steigen unaufhörlich. Wird dabei den Bürgern das Geld aus der Tasche gezogen?

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„Einem nackten Mann zieht man kein Geld aus der Tasche“, meint eine Pforzheimerin empört. Sie hat ein Kind, kein großes Einkommen und zahlt ihre Heizkosten auf Raten. „Und wenn sie damit nicht einverstanden sind, dann tut's mir leid“, erklärt sie energisch – und in einem Ton, der demonstriert: Das tut ihr garantiert nicht leid.

So wie ihr geht es vielen. Rekordpreise für Öl und Benzin treffen nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern vor allem auch die Menschen. Und die sind verärgert. „Ich höre nur noch, wie jeder schimpft“, meint ein junger Mann, und fügt hinzu: „Ohne Polster kommt man da nicht durch.“ Frieren, weniger und später heizen will jedoch niemand. Die meisten sparen sowieso schon, wo es nur geht – und sehen es nicht ein, den Verbrauch noch weiter zu senken. „Ich muss mich schließlich auch um mein Kind kümmern“, sagt eine Frau.

Alles wird teurer. Das reicht von den Benzinkosten über die Mietpreise und hört bei der jährlich fälligen Nebenkostenabrechnung noch lange nicht auf. „Mehr verdienen tu ich deswegen schließlich nicht“, entrüstet sich eine junge Frau. Unterm Strich bleibt also immer weniger übrig. Wer da kein dickes Scheckbuch in der Tasche stecken hat, kann also durchaus in finanzielle Bedrängnis kommen.

Doch Not macht erfinderisch. Die Leute lassen sich etwas einfallen, um den drohenden Rechnungen zu entgehen. „Früher in den hohen Gang schalten“, „wärmere Bettdecken“ lauten die Maßnahmen der praktisch veranlagten Frauen. Männer besinnen sich ihrer Rolle als Versorger und fangen schon einmal an, für den Winter zu sparen. „Man überlegt sich – muss man wirklich mit dem Auto fahren?“ Und: „Man muss eben auch auf manches verzichten.“ Zum Beispiel „auf privates Vergnügen, Disko oder Party“.

„Nur heizen, wenn man es unbedingt muss und ansonsten umsteigen, auf erneuerbare Energien“, so möchte ein Pforzheimer den bevorstehenden Kosten die Stirn bieten. Manche planen voraus, investieren in den Winter, indem sie neue Fenster und Türen einbauen lassen. Andere hamstern sich im Sommer das Nötige zusammen, damit die Heizkostenkeule nicht allzu unvorbereitet trifft. Glücklich sind diejenigen, deren Vermieter sich für die Heizsaison wappnet. „Unser Hausbesitzer hat da ein sehr sparsames Modell“, verkündet ein Ehepaar freudestrahlend.