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Sie ist wieder da: Die langjährige SPD-Stadträtin Dorothea Luppold rückt für ihren verstorbenen Parteifreund Ralf Fuhrmann nach. Das hat der Gemeinderat gestern einstimmig gebilligt – eine Formsache.  Foto: Moritz 

Rekordverdächtig harmonisch: Gemeinderat in Pforzheim segnet Haushalt ab

Pforzheim. Für Gezerfe und Ehrenrunden wie bei vorangegangenen Auflagen hätte in diesen so schwierigen Zeiten auch keiner Verständnis gehabt: Mit deutlicher Mehrheit hat der Gemeinderat in Pforzheim am Dienstagabend den ausnahmsweise nur einjährigen Haushalt verabschiedet. So harmonisch lief das zumindest in der jüngeren Geschichte der Goldstadt noch nie.

Das gut 600 Millionen Euro schwere Finanzpaket ist nach Einschätzung der Rathausspitze ein „besonderer und herausfordernder“ Haushalt. Es sei aber auch ein „mutiger Haushalt mit ambitionierten Projekten und dem Willen, die städtische Infrastruktur auch in Krisenzeiten ohne weiteren Sanierungsstau zu erhalten“. Dabei würden die städtischen Schulden „nur moderat ansteigen“, so OB Peter Boch und Erster Bürgermeister Dirk Büscher. Dazu trage die „Null-Stellen-Fortschreibung“ bei – ein Verzicht, der sich sicherlich nicht wiederholen lasse.

Das Stadtparlament will trotz aller Unbilden das Großprojekt Inselcampus forcieren und insgesamt bei der Familienfreundlichkeit zulegen, wie etwa eine stärkere Sportförderung oder mehr Geld für Spielplätze zeigen. Auch das Thema Sicherheit drängt: Die Vorbereitungen für einen kommunalen Vollzugsdienst laufen an.

„Konstruktiv“: Dieses Wort fiel in fast allen Redenbeiträgen aus den Fraktionen. Für FDP/FW/UB/LED wertete Hans-Ulrich Rülke (FDP) die digital gelaufenen Beratungen als „außerordentlich effizientes und zielgerichtetes Verfahren“. Dass das Ergebnis gleich im ersten Anlauf mehrheitsfähig war, habe in Pforzheim „ja nicht gerade Tradition“. Es sei notwendig, dass die Stadtverwaltung in diesen Zeiten handlungsfähig sei. „Die meisten haben den Ernst der Lage begriffen“, urteilte Marianne Engeser (CDU). Sie hoffe, dass die konstruktive Arbeitsweise „in die kommenden Jahre hinübergetragen“ werden können.

Mehr über die Haushaltsverabschiedung lesen Sie am Mittwoch, 16. Dezember, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Claudius Erb

Claudius Erb

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