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08.11.2008

Rentier Sina will noch nicht den Weihnachtsschlitten ziehen

Der Pforzheimer Wildpark hat einen ganz besonderen „Sonnenschein“: Das Rentierkalb Sina wächst ohne Mutter auf und ist deshalb besonders auf den Menschen bezogen. Sina – den Namen haben die Leser von PZ-news gewählt - wird von den kleinen Besuchern des Wildparks oft für alles mögliche gehalten, nur dass es sich um ein junges Rentier handelt, darauf kommen wenige.

Tierpflegerin Monika Kull ist zur Ersatzmama des kleinen Rentiers geworden. Denn Sinas Mutter Lena ist bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Als das Rentierkalb gerade mal elf Tage alt war, hat sich seine Mutter das Bein gebrochen und musste eingeschläfert werden.

Seitdem erhält Sina regelmäßig ihre Nahrung aus der Flasche. Die Fütterungen sind zur Attraktion für die Kinder geworden. Inzwischen ist Sina aber schon so groß, dass sie lieber Rentier-Flechten frisst anstatt immer nur Milch zu nuckeln. Die Pflanzen importiert der Pforzheimer Wildpark extra aus Finnland, der Heimat der Rentiere.

Sina lebt nun in einer kleinen Herde im Wildpark. „Chef“ ist der imposante Hirsch Rudi. Wenn er keinen lebenden Gegner findet, kämpft er mit imaginären Rivalen. Und trägt anschließend die Trophäen des Kampfes in Form von Ästen und Reisig spazieren.

Das Jahr geht ganz allmählich auf Weihnachten zu, und da hat Pflegerin Monika Kull beschlossen, sie einmal mit ihrer eigentlichen Aufgabe vertraut zu machen: Denn Rentiere ziehen normalerweise den Schlitten des Nikolauses und bringen so den Kindern Geschenke. Sina allerdings scheint darauf nun gar keine Lust zu haben. Da muss sich Monika Kull wohl noch ganz schön anstrengen, damit Weihnachten dieses Jahr nicht ausfällt.