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Offene Gesprächsatmosphäre: Arnd Henze, OB Peter Boch, Dekanin Christiane Quincke, Dekan Bernhard Ihle und Pfarrer Hans Gölz Eisinger (von links). Foto: Constantin
Offene Gesprächsatmosphäre: Arnd Henze, OB Peter Boch, Dekanin Christiane Quincke, Dekan Bernhard Ihle und Pfarrer Hans Gölz Eisinger (von links). Foto: Constantin
07.07.2019

Respekt und Offenheit bei Begegnung Stadt/Kirche gefordert

Pforzheim. Unter Bürgermeister Hermann Kling kam es auf Anregung der Kirchen bereits zu einem ersten Gedankenaustausch über gemeinsame aktuelle Fragen und Probleme. So hat das Treffen Begegnung Stadt/Kirche im Hohenwart-Forum eine lange Tradition.

Dekanin Christiane Quincke konnte dazu den bekannten Fernsehjournalist und Theologen Arnd Henze begrüßen, der das Thema „Zusammenarbeit und Streitkultur – Perspektiven einer pluralistischen Gesellschaft“ unter der Fragestellung, was eine Stadtgesellschaft in Zukunft zusammen hält, hervorragend auslotete. Ausgehend von der einst konservativen und homogenen Gesellschaft und der damit vorgegebenen Übersichtlichkeit im Alltagsleben ging der Referent auf die pluralistisch geprägte Stadtgesellschaft von heute ein, bei der die Wahrnehmung einzelner Stadtteile oder Stadtgesellschaften oft fehle.

So fühlen sich Akteure und Bewohner nicht wertgeschätzt und mitgenommen, wenn es um ihre Probleme geht und bringen sich daher weniger in die Stadtgemeinschaft ein. Oft fehlten auch bei entsprechenden Zusammenkünften wichtige Akteure eines Stadtteiles, wie zum Beispiel die Sportvereine, die erste Anlaufstelle bei zugewanderten Kinder und Jugendlichen sind. Daher forderte er, dass Politik, Verwaltung und Gesellschaft mehr Wertschätzung füreinander aufbringen sollten, damit sich im Miteinander kein Misstrauen einschleiche, das die Zusammenarbeit blockiere. Die Kirche dürfe sich dabei nicht in ihren Räumen verschanzen und isolieren, sondern muss die Wirklichkeit in ihrem Umfeld in ihre Sitzungen mithineinnehmen.

In unterschiedlichen Gruppen gab es dann lebhafte Diskussionen über Zusammenhalt und Streitkultur, an denen auch Oberbürgermeister Peter Boch teilnahm. In den Ergebnissen spiegelte sich dies auch wider. Wahrnehmung für andere schärfen, mehr Begegnungen schaffen, mehr Flexibilität zeigen, Respekt voreinander haben aber auch die Kompetenzen zu erarbeiten, um den Kulturkreis aus dem der andere kommt, verstehen zu können.

Dank gab es danach für den Referenten Arnd Henze und für das Vorbereitungsteam von Christiane Quincke. Dekan Bernhard Ihle ließ in der Kapelle des Forums den Nachmittag ausklingen, der den Teilnehmern manchen Denkanstoß mit auf den Weg gab.