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Der Leitende Regierungsschuldirektor Vittorio Lazaridis (links) vom Regierungspräsidium Karlsruhe übernahm die offizielle Verabschiedung von Oberstudiendirektor Jochen Kleppel als Rektor des Reuchlin-Gymnasiums. Foto: Seibel
Der Leitende Regierungsschuldirektor Vittorio Lazaridis (links) vom Regierungspräsidium Karlsruhe übernahm die offizielle Verabschiedung von Oberstudiendirektor Jochen Kleppel als Rektor des Reuchlin-Gymnasiums. Foto: Seibel
26.07.2015

Reuchlin-Rektor Kleppel verabschiedet: Achterbahnfahrt der Gefühle

Jochen Kleppel leitete zehn Jahre lang das Reuchlin-Gymnasium. Zum Abschied gab es ein buntes Programm und persönliche Worte.

Nach rund zwei Stunden ist eine abwechslungsreiche Verabschiedung im Atrium des Reuchlin-Gymnasiums zu Ende. Durchweg menschelte es sehr. „Emotionen kommen hoch“, gab Kleppel zu. Nicht nur einmal war zu beobachten, wie er oder seine Weggefährten – aus Familie oder Beruf – zum Taschentuch griffen. Er habe nur seinen Job gemacht, das aber mit viel Herzblut. „Ich entschuldige mich bei Kollegen, Eltern, Schülern und Diskussionspartnern für meine direkte Art und danke dem Oberbürgermeister dafür, dass er meine Ecken und Kanten verschwiegen hat“, so Kleppel, der am morgigen Dienstag seinen 64. Geburtstag feiert. „Es war heute eine Achterbahnfahrt der Gefühle.“ In den vergangenen Tagen habe sich der Oberstudiendirektor über zahlreiche Aktionen gefreut: „Wir feierten einen sehr schönen Gottesdienst im kleinen Kreis, die Theater-AG hat mich mit einem Stück in der großen Pause überrascht, die Kollegen zu einem Sektfrühstück geladen, aber ganz besonders habe ich mich über das Geschenk der Eltern gefreut.“ Das Reuchlin-Gymnasium hat jetzt ein Logo. Gestaltet wurde es vom Designhaus X der Pforzheimer Unternehmerin Xenia Tavcar-Griesheimer.

42 engagierte Dienstjahre

Die offizielle Verabschiedung von Jochen Kleppel übernahm der leitende Regierungsschuldirektor Vittorio Lazaridis vom Regierungspräsidium Karlsruhe. „Sie sind jemand, der weiß, wie man es anpackt, wenn es brennt.“

Eine gute Schule bestehe aus guter Teamarbeit, sei Kleppel bewusst gewesen. Er habe 42 engagierte Dienstjahre geleistet und sei durch große Offenheit und Herzlichkeit aufgefallen. Oberstudienrat Kai Adam (57), bisheriger stellvertretender Schulleiter des Schiller-Gymnasiums, solle die Kontinuität fortführen. Seinem Nachfolger gab Kleppel, der dafür bekannt ist, die Schule statt durch das Atrium meist durch sein Bürofenster zu verlassen, mit auf den Weg, dass er hoffe, dass das Schulgebäude zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 2018 in neuem Glanz erstrahlen möge.

Was den Brandschutz anbelangt, zeichne sich schon jetzt eine Lösung mit der Stadt ab. Es folgten weitere Grußworte. Oberbürgermeister Gert Hager lobte an Kleppel, dass er immer die Schüler gesehen, sich um Probleme gekümmert und Lösungen gesucht habe. Siegbert Sonnenberg, Geschäftsführender Schulleiter der Pforzheimer Gymnasien, präsentierte eine Umfrage unter Kollegen, die beispielsweise aufzeigte, dass 100 Prozent den persönlichen Umgang mit Kleppel als angenehm empfunden haben. Auch Schuldekan Andreas Obenauer von der Evangelischen Landeskirche, Dieter Tenzer, Vorsitzender des Personalrats, Kathrin Schütze, Vorsitzende des Elternbeirats, Tanja Traub, Vorsitzende des Fördervereins, sowie Gerhard Füger und Thomas Paeffgen, Kleppels einstige Chefs, sprachen zur Verabschiedung.

Claudia Schnabel, Stellvertretende Schulleiterin, führte charmant durchs Programm und plauderte immer wieder aus dem Nähkästchen. Nun ist offiziell, dass es für jeden Besucher in Kleppels Büro ein Schokolädchen gab, oder, dass die Robinie, die im Jahr 2014 auf dem Schulgelände umstürzte, vom Rektor zu Kerzenständern für das Lehrerkollegium umgearbeitet worden sei.

Umrahmt wurde die Verabschiedung durch zahlreiche musikalische Beiträge: Der Schülerchor schmetterte „Mamma Mia“ und der Musikzug von Thomas Junge rockte „Lemon Tree“. Der Lehrerchor sang „Time to go“ und die Jazzband unter der Leitung von Martina Scherer und Peter Maisenbacher animierten zum Mitschnipsen. Im Anschluss knallten die Sektkorken und der Übergang zum Schulfest war fließend. Und der scheidende Schulleiter konnte genießen.