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13.03.2009

Reuchlin-Schüler bekunden Mitleid mit Angehörigen der Amok-Opfer

PFORZHEIM. Die Trauer und Bestürzung angesichts des Amoklaufs von Winnenden halten an, erschüttern das ganze Land. In Pforzheim tragen sich Schüler des Reuchlin-Gymnasiums in ein Kondolenzbuch ein, um ihr Mitleid mit den Angehörigen der Opfer zu bekunden.

Auch im Rathaus von Winnenden liegt ein solches Buch aus. Sichtlich gerührt hat sich Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) am Freitag in Winnenden als Erster in das Kondolenzbuch für die Opfer des Amoklaufs eingetragen.

„Im Augenblick müssen wir bewältigen, die Angehörigen und Trauernden betreuen und stützen. Das sind Vorfälle, die man noch lange verarbeiten muss“, sagte Oettinger. Er forderte die Menschen auf, durch einen Eintrag in das Buch ihr Mitgefühl für die Opfer und deren Angehörige zu zeigen.

„Fassungslos, entsetzt und ratlos stehen wir da. Uns fehlen die Worte, wir haben keine Antwort“, las Oettinger seinen Kondolenzbuch- Eintrag vor. Auch Justizminister Ulrich Goll (FDP) und Kultusminister Helmut Rau (CDU) trugen sich ein. Oberbürgermeister Bernhard Fritz (CDU) sagte, er sei „tief gerührt“ über die starke Anteilnahme.

Zeitgleich wurde im Rathaus von Wendlingen ein Kondolenzbuch ausgelegt. In der Stadt im Kreis Esslingen hatte die Amoktat des 17- jährigen Tim K. am Mittwoch ihr Ende gefunden. Auch in den Nachbarorten Berglen, Leutenbach und Schwaikheim können sich die Menschen in Kondolenzbücher eintragen.

Mit einem Zwischenruf hatte eine Frau den Eintrag Oettingers in das Kondolenzbuch gestört. „Sie müssen die Gottesfurcht wieder in die Gesellschaft lassen. Wann werden sie das tun?“, rief sie. Der Ministerpräsident entgegnete: „Ich glaube, dass Baden-Württemberg ein christlich geprägtes Land war, ist und bleiben wird.“

Der Ministerpräsident lehnte in Winnenden Forderungen nach schärferen Gesetzen als Reaktion auf den Amoklauf ab. „Wir müssen die Gesetze, die wir haben, anwenden.“ Schulen dürften nicht zu „Hochsicherheitstrakten“ gemacht werden.

dpa/mon