nach oben
13.08.2010

Ring um Innenstadt legen: 2012 soll Verkehr besser fließen

PFORZHEIM. Wenn die Stadt im Frühsommer des kommenden Jahres damit beginnt, einen Innenstadtring anzulegen, müssen die Autofahrer zunächst mit Beeinträchtigungen rechnen. Ende 2012 soll der Verkehr dann aber besser fließen.

Mit dem Verkehrsentwicklungsplan für die Stadt Pforzheim, den der Gemeinderat verabschiedet hat, hat er auch einen Innenstadtring beschlossen. Und den hat Oberbürgermeister Gert Hager jetzt bei einer Rundfahrt für Pressevertreter vorgestellt (die PZ berichtete). Rund fünf Kilometer lang ist die ausgewählte Strecke, auf der in beiden Richtungen jeweils zwei Spuren zur Verfügung stehen sollen. Von diesem Ringverkehr aus geht es dann zu einem Parkring in der City. Und da die Zerrennerstraße als viel befahrene Ost-West-Achse in ihrer bisherigen Bedeutung abgewertet wird, soll sie im Bereich des Waisenhausplatzes zu einem Stadtboulevard umgestaltet werden.

Da es damit nicht getan ist, ein paar Schilder aufzustellen, müssen 14 Knotenpunkte mit Einmündungen von Straßen und Kreuzungsbereichen umgebaut werden – zum Teil recht aufwendig. Über eine Million Euro sind dafür im Haushaltsplan ausgewiesen. „Da wir nicht im luftleeren Raum bauen können, müssen die Verkehrsteilnehmer zeitweise Beeinträchtigungen hinnehmen“, sagte Heinz Wüst, der als Leiter der Abteilung der Straßenplanung im Grünflächen- und Tiefbauamt für das Projekt „Innenstadtring“ verantwortlich zeichnet.

Seit Wochen ist ein Team im Rathaus damit beschäftigt, die Knotenpunkte zu untersuchen, „denn wir können es uns nicht leisten, dass der Verkehr zusammenbricht“, betonte OB Hager. Exaktes Planen sei daher unabdingbar, zudem die Zusammenarbeit nicht nur innerhalb der Verwaltung klappen muss, sondern auch alle jene mit ins Boot genommen werden, die Leitungen und Rohre im Untergrund verlegt haben.

Parkplätze fallen weg

Für das Ausweisen des Innenstadtrings werden mal nur ein paar Linien oder Pfeile geändert werden müssen, mal sind aber auch umfangreichere Um- und Neubauten notwendig. Ein Engpass ist bisher beispielsweise das Überqueren der Parkstraße hoch zur Lindenstraße. Befindet sich auf der rechten Spur ein Lastwagen, wird es links eng. Für eine richtige Verbreiterung müsste die Stützmauer bei der Bushaltestelle an der Östlichen abgetragen werden. Doch dies ist nicht möglich. „Es wird aber eine Verbesserung geben“, erläuterte Wüst. Der bedauerte, dass Parkplätze („in niedriger dreistelliger Zahl“) wegfallen werden, aber auch das sei alles genau geprüft worden. So auch an der Calwer Straße. Hier hat man sich pro Fußgänger entscheiden, so dass die Autos weichen müssen, um zwei Spuren in Richtung Kreuzstraße ausweisen zu können.

Der Innenstadtring, so der Oberbürgermeister, solle ja nicht nur Verbesserungen für den Autofahrer bringen. Im Endeffekt würden auch Radfahrer und Fußgänger sowie die Busse davon profitieren. Wobei es bei der Rundfahrt Lob von Harald Mendrock (Leiter des Fahrbetriebs beim Stadtverkehr Pforzheim) für die Abteilung Verkehrstechnik/Verkehrsrechner der Stadtverwaltung gab. Sie habe viel Positives für ein flüssigeres Vorankommen erreicht. Mendrock freute sich auch auf das Verlegen der Haltestelle Jahnhalle zum Turnplatz. Der Wochenmarkt werde nicht darunter leiden, dass hier ein paar Meter wegfallen, beruhigte OB Hager kritische Stimmen.

Abriss des Expressgut-Gebäudes

Der machte noch deutlich, dass er trotz der Schwierigkeiten auf der für den Innenstadtring ausgewählten Strecke davon ausgehe, „dass wir in der Tat im nächsten Jahr mit den ersten Arbeiten an den zahlreichen Knoten beginnen können“. Und das trifft auch für den Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofs (Kosten: zwölf Millionen Euro) zu, der ebenfalls ein Mosaikstein im Innenstadtring sein wird. Der „Startschuss“ für den ZOB wird ebenfalls 2011 mit dem Abriss des ehemaligen Expressgut-Gebäudes gegeben.

Leserkommentare (0)