nach oben
Werden die roten RVS-Busse künftig den kompletten Linienverkehr in Pforzheim fahren? Die Wahrscheinlichkeit gilt als zusehends hoch. Foto: Seibel
Werden die roten RVS-Busse künftig den kompletten Linienverkehr in Pforzheim fahren? Die Wahrscheinlichkeit gilt als zusehends hoch. Foto: Seibel
09.09.2015

Ringen um Busverkehr: Nur Mängel in Bewerbung können RVS noch stoppen

Pforzheim. Während der Betriebsrat des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) und viele Kommunalpolitiker einschließlich Oberbürgermeister Gert Hager und dem Ersten Bürgermeister Roger Heidt auf einer Kundgebung am kommenden Samstag für den Erhalt des SVP demonstrieren wollen, hat die beabsichtigte Übernahme des Linienbusverkehrs in Pforzheim durch die Bahn-Tochter RVS (Regionalbusverkehr Südwest) einen klaren Vorsprung bekommen.

Wenn das Angebot des RVS genehmigungsfähig ist, wird das nachträglich und nach Ende der gesetzlich vorgeschriebenen Frist eingereichte zweite Angebot von PE Bus, einem Zusammenschluss privater Busunternehmen aus der Region, vom zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe gar nicht mehr geprüft, sondern gleich abgelehnt. Das bestätigte Uwe Herzel als Pressesprecher des Regierungspräsidiums am Mittwoch gegenüber der PZ.

Und nach menschlichem Ermessen muss die Stadt Pforzheim dann auch ihren Linienbusverkehr ohne Wenn und Aber an RVS abgeben und ihren eigenen Betrieb SVP mit 250 Beschäftigten schließen. Die Rechtslage ist im Grundsatz eindeutig: Wer zum Zeitpunkt einer Neu-Ausrichtung eines öffentlichen Nahverkehrsystems ein plausibles Angebot abgibt, dies ohne öffentliche Zuschüsse zu betreiben, muss den Auftrag auch erhalten.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“.

Stadtverkehr-Beschäftigte demonstrieren am Samstag mit Trauerzug

Die Belegschaft des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) wird am Samstag, 12. September, mit einem Trauerzug vom Betriebshof an der Heinrich-Witzenmann-Straße 13 durch die Brötzinger Fußgängerzone zum Leopoldplatz dagegen protestieren, dass statt des SVP entweder der RVS oder PE-Bus eigenwirtschaftlich und ohne städtische Zuschüsse den Linienbusverkehr in Pforzheim betreibt. „Das bedeutet, dass der mögliche Betreiber in absehbarer Zeit gezwungen ist, Fahrten beziehungsweise Linien auszudünnen oder zu streichen.“ Dies sei für alle, die wie Schüler, Senioren oder Menschen mit wenig Geld auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, eine Katastrophe. Zur Abschlusskundgebung werden unter anderem der OB und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen SPD, Grüne Liste, AfD, Linke, WIP und Freie Wähler erwartet, dazu Mira Ball als Vertreterin des Verdi-Bundespräsidiums. Abmarsch ist um 13.30 Uhr, geplante Ankunft auf dem Leo gegen 14.30 Uhr.

Die dortige Abschlusskundgebung soll eine Stunde dauern. Die Busse werden an diesem Tag fahren.

Zur Zeit der Veranstaltung kann es zu Einschränkungen in dem Bereich kommen, in dem die Kundgebung stattfindet. Die Haltestellen auf dem Leo werden in dieser Zeit an Zerrennerstraße und Waisenhausplatz verlegt. pm/kli

Leserkommentare (0)