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09.08.2015

Ringen um die Bäderlösung für Pforzheim

Pforzheim. Aus Anlass der gegenwärtigen katastrophalen Lage der Bäder in Pforzheim hatte die Grüne Liste Vertreter der Wassersportvereine (1. BSC, Sparta, SV Huchenfeld) zu einem Gespräch eingeladen. Da immerhin die Vereine mit ihren 3000 Mitgliedern etwa ein Drittel der Belegungszeiten der Hallenbäder beanspruchen, sei der momentane Wegfall von zwei Bädern zum Teil existenzbedrohend, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Grüne Liste drängt daher auf eine verlässliche Zeit- und Finanzierungsschiene sowie auf eine verbindliche Entscheidung des Gemeinderates.

Da eine Sanierung des Emma-Jaeger-Bades unwahrscheinlich erscheine, hält die Grüne Liste ein Kombibad für eine Alternative. Ein wichtiger Aspekt sei, dass auch für die einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen ein bezahlbares Hallenbad vorhanden ist. Was den Standort angehe, „da warten wir auch noch auf ein schlüssiges Konzept aus der Verwaltung“, sagt Stadträtin Renate Thon. Außerdem eine Schulschwimmhalle auf dem neuen Inselcampus zu integrieren, wird bei der Grünen Liste und auch bei der CDU erwogen, bestätigt Landtagsabgeordnete Marianne Engeser.

Dem Vorstoß der CDU-Fraktion für ein „Kombi-Bad“ auf dem Wartberg widerspricht die Alternative für Deutschland (AfD). Sie spricht sich für ein öffentliches, innerstädtisches Hallenbad aus, das dem Rang Pforzheims als Sportstadt entspreche.Ein Bad belebe die Innenstadt; es habe ein großes fußläufiges Einzugsgebiet einschließlich mehrerer Schulen, auch ÖPNV-Nutzer müssten nicht umsteigen. Nebenbei könnten die Badegäste die Innenstadt mit ihren Einkaufsmöglichkeiten und ihrer Gastronomie nutzen.

Im Falle der dauerhaften Schließung des Emma-Jaeger-Bads stehe die AfD-Fraktion dem Vorschlag einer Traglufthalle im Wartbergfreibad als Notlösung positiv gegenüber – selbstverständlich nur außerhalb der Freibadsaison. Denn die dringend erforderlichen Wasserflächen für alle Badegäste – vom Anfänger bis zum Spitzensportler – müssten zeitnah bereitgestellt werden; dies sei bei einer aktuell halbierten Wasserfläche in den verbliebenen Hallen nicht der Fall.

Die Stadträte der Freien Wähler, Carol Braun und Michael Schwarz, freuen sich, dass das Thema Bäderkonzept endlich Fahrt aufnimmt. Im Januar 2014 hatten die sieben Stadträte der Fraktion aus Freie Wähler, Unabhängige Bürger, LBBH bereits gefordert, dass Erster Bürgermeister Roger Heidt eine Umwandlung des Wartbergfreibades in ein Ganzjahresbad – wie dies in Ettlingen und Bretten bereits sehr gut umgesetzt wurde – prüfe und einen Kostenrahmen abstecke. Grundlage dieser Idee war und ist die Aussage des Bädergutachters. Dieser kam zum Entschluss, dass die Größe und Art des Emma-Jaeger-Bades für eine Stadt wie Pforzheim vollkommen ausreiche. Aus heutiger Sicht sei die Reaktivierung des alten Emmas eine gute Alternative und vordringlich zu untersuchen.