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Musikgenuss unter freiem Himmel: Im Außenbereich des Kupferdächles können die Zuhörer in Lounge-Boxen der Band lauschen.  Foto: Eickhoff 

Rockiger Auftakt beim Neustart im Kupferdächle in Pforzheim

Pforzheim. Der Bass dröhnt durch die Straßen, Köpfe wippen im Takt zum Rock von ACDC und ZZ Top, Menschen prosten sich zu – es ist ein ungewohntes und fremdes Bild, das sich den neugierigen Zaungästen am Samstagabend hinterm Kupferdächle bietet.

Dank eines Förderprogramms des Landes „Kunst trotz Abstand“ erhält der Kulturtreff eine von 100 Bewilligungen aus 400 Bewerbungen. Damit sind die ersten Konzerte der Sommer-Open-Air-Saison anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kupferdächles gesichert. Das kostenfreie Eröffnungskonzert darf die Band „In The Wrong Century“ aus Vaihingen/Enz spielen.

Classic-Rocker heizen ein

„Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Zeit mit „In The Wrong Century“ eine Band finden konnten, die spielfähig ist und in den letzten Monaten die Chance hatte, proben zu können. Das ist leider vielen anderen Bands nicht möglich“, betont Kulturmanager Rolf Watzal. Die Classic-Rocker heizen dem anfangs noch etwas verhaltenen Publikum mit Coversongs und eigenen Kompositionen kräftig ein und animieren es zum Mitgrooven.

Es dauert nicht lange und spontane Zuschauer gesellen sich von der Straße dazu. Über den Zaun hinweg wird mitgesungen und Beifall gepfiffen. Fahrradfahrer wippen beim Vorbeiradeln im Takt mit ihren behelmten Köpfen, Autofahrer drosseln ihr Tempo und linsen neugierig durch die Scheibe, Fenster in der Nachbarschaft werden aufgerissen, um Bässe und Gesang in den eigenen vier Wänden zu begrüßen. Die neu gewonnene Freiheit strahlt den Zuschauern aus den lachenden Gesichtern.

Pfeile weisen den Weg

„Wir konnten uns nicht vorstellen, ob wir absolut überrannt werden oder auf leere Bänke schauen müssen“, gesteht Watzal bei seiner Eröffnungsrede auf der Bühne. Dabei blickt er mit Hausleiter Philip Könne zufrieden über die sich nach und nach füllenden Loungeboxen. In den circa drei Quadratmeter großen, abgegrenzten Bereichen können sich maximal vier Zuschauer maskenfrei bewegen, ansonsten weisen Pfeile den Weg durch das Gelände, so dass Abstände gewahrt werden.

Es sind kleine Einschränkungen, die im Vergleich zu den letzten Monaten, die von Konzertabstinenz geprägt waren, kaum ins Gewicht fallen und die die Besucher gerne hinnehmen. Das sehen auch Sidney Lutz und Ernst Böhm so, die sich auf ihr erstes Konzert seit dem Sommer 2019 freuen. „Es ist zentral und trotzdem im Grünen. Wir konnten unkompliziert mit dem Bus herkommen. Es wird sicher nicht unser letztes Mal hier sein“, sagt Sidney, die sich mit ihrem Freund wie viele andere spontan zum Konzertbesuch entschlossen hat. Watzal hofft, dass das Open-Air-Konzert vom Publikum weitergetragen wird und sie bei sinkenden Inzidenzwerten noch mehr Zuschauer im neu entdeckten Außenbereich willkommen heißen dürfen.