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Noch viel Grün und freie Fläche bietet das Gelände an der Postwiesenstraße, auf dem ein Supermarkt entstehen soll.
Noch viel Grün und freie Fläche bietet das Gelände an der Postwiesenstraße, auf dem ein Supermarkt entstehen soll. © Seibel
20.09.2012

Rod-Supermarkt erneut auf dem Prüfstand

Die Planung für den Bau eines Supermarkts an der Postwiesenstraße gerät ins Stocken. Die Stadtverwaltung reagiert auf die kontroversen Rückmeldungen aus der Bevölkerung und will die Argumente für und gegen das Großprojekt erneut im Gemeinderat aufzeigen. Zugleich ist ein Vertrag mit dem Investor in Arbeit, um sowohl einen langfristigen Betrieb des Markts auf dem Rodrücken als auch den Fortbestand des Lebensmittelmarkts am Ludwigsplatz schriftlich zu fixieren.

„Qualität geht vor Geschwindigkeit“, erklärt der Erste Bürgermeister Roger Heidt im PZ-Gespräch die Verzögerung. Diese sei mit dem Investor Edeka, der derzeit den vom Rechtsamt erarbeiteten Vertragsentwurf prüft, abgestimmt. Auch dem künftigen Marktbetreiber sei an einem möglichst breiten Konsens gelegen. Die bisherige Marschroute hatte vorgesehen, das Bebauungsplan-Verfahren noch in diesem Jahr zur Satzungsreife zu führen. Daraus wird nun definitiv nichts werden. Frühestens Sommer 2013 könnte es soweit sein – wenn die Pro-Argumente eine Mehrheit der Stadträte und Bürger überzeugen.

Mehrere Gutachten hat die Stadtverwaltung vorgelegt, um den Bedenken der Gegner zu begegnen. Viele der von Unterschriftensammlern und Teilnehmern des Bürgergesprächs im Mai im Reuchlin-Gymnasium vorgebrachten Einwände hatte die Stadt bereits auf Zettel. Doch die Vielzahl der Anregungen sei „außerordentlich und überraschend“, sagt Stadtplaner Michael Wolf: „Die Vehemenz ist schon gewaltig.“ Befürworter und Gegner stünden sich oft unversöhnlich gegenüber.

Es sei richtig und wichtig gewesen, die Bürger frühzeitig einzubinden. Und die Verwaltung wolle weiter demonstrieren, „dass nichts in einem stillen Kämmerlein passiert“. Deshalb legt die Stadt nun einen „Zwischenschritt“ ein.

Wolf und sein Team arbeiten derzeit an einer Ergänzungsvorlage für den Gemeinderat, in der alle Argumente noch einmal thematisch gebündelt erläutert werden. Unter anderem kommen Bedenken hinsichtlich des Bedarfs, möglicher Verdrängungseffekte, hohen Verkehrsaufkommens und Lärmbelästigung auf den Prüfstand. Auf dieser Grundlage sollen die Stadträte dann nochmals grundsätzlich darüber entscheiden, „ob man mit diesem Vorhaben an dieser Stelle weitermacht“.

„Nichts durchpeitschen“

Für den Zeitplan bedeutet das: Erst nach einem positiven Votum könnte der Beschluss zur Offenlage fallen, dem eine weitere öffentliche Auslegung des Planentwurfs zur Bürgerbeteiligung folgen würde. Frühestens im Mai oder Juni könnte der Satzungsbeschluss fallen, in dessen Folge der Bebauungsplan in Kraft treten würde.

Der Investor habe betont, „nichts durchpeitschen“ zu wollen, sagt Wolf. Zudem sei Edeka grundsätzlich bereit, die Sicherung beider Standorte zu garantieren. Hintergrund dafür ist die Sorge vieler Dillweißensteiner, ein Vollsortimenter im Rodgebiet könne den Lebensmittelmarkt am Ludwigsplatz verdrängen. Außerdem befürchten Gegner das Projekts, dass an der Postwiesenstraße über kurz oder lang wegen zu geringer Besucherfrequenz eine Brache entstehen könnte. In dem Vertrag sollen unter anderem Mindestlaufzeiten für beide Märkte verankert werden.

Nach Wolfs Einschätzung ist die Zahl der Befürworter und Gegner ausgeglichen. Die Stadtverwaltung sei weiter der Überzeugung, dass die positiven Argumente für den Supermarkt überwiegen.

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