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Solche mehrgeschossigen Wohnblocks (rot) könnten auch ohne Änderung desBebauungsplans an der Postwiesenstraße gebaut werden.Entwurf Stadtverwaltung
Solche mehrgeschossigen Wohnblocks (rot) könnten auch ohne Änderung desBebauungsplans an der Postwiesenstraße gebaut werden.Entwurf Stadtverwaltung
18.05.2012

Rod-Supermarkt-Debatte: Stadt räumt Fehler ein

Pforzheim. „Wir wollen nichts durchpeitschen“, versichert Pforzheims Erster Bürgermeister Roger Heidt, und Stadtplaner Michael Wolf betont: „Wir stehen am Anfang eines transparenten Verfahrens.“ Am Montag, 21. Mai, findet ab 19 Uhr im Reuchlin-Gymnasium ein Bürgergespräch zum Aufreger-Thema Supermarkt-Neubau“ an der Postwiesentraße statt. 213 Interessierte haben sich angemeldet.

Rund 1700 Unterschriften haben Gegner des Projekts gesammelt (die PZ berichtete). Nach Wolfs Angaben erreichen die Stadt aber auch immer mehr Zuschriften von Befürwortern. In 9000 Haushalte – in den Gebieten Rodrücken, Bohrain und Weiherberg – war das Einladungsschreiben geflattert. Heidt wird in die Veranstaltung einführen und sie moderieren. OB Gert Hager und Baubürgermeister Alexander Uhlig werden auch dort nicht in Erscheinung treten. Beide sind, wie mehrere Stadträte, befangen. Hager und Uhlig sitzen im Aufsichtsrat von „Bau+Grund“, die gemeinsam mit der Baugenossenschaft Familienheim Eigentümer der betreffenden Grundstücke ist. Dass angesichts dieser Verflechtungen der Vorwurf möglicher „Mauscheleien“ laut wurde, weist Heidt als „blanken Unsinn“ zurück.

Ehe die Bürger im Reuchlin-Gymnasium ausführlich das Wort haben, werden das Pforzheimer Architekturbüro P.W.Schmidt und das Karlsruher Büro Modus Consult die Pläne für einen 1400 Quadratmeter großen Supermarkt noch einmal präsentieren. Wolf will zudem erläutern, welche Vorhaben auf besagtem Gelände bereits jetzt, also auch ohne Änderung des Bebauungsplans. realisierbar wären. Der Alternativentwurf, den die Stadtverwaltung dabei präsentieren will, wird auf die Gegner wohl wie eine Drohkulisse wirken. Mehrere viergeschossige Wohnkomplexe in Blockrandbebauung haben die Stadtplaner auf die freie Fläche gepflanzt. Die Botschaft: So könnte es künftig dort aussehen, wenn der Supermarkt nicht kommt. Wolf weist darauf hin, dass das bestehende Baurecht auch eine „Discounter-Kiste“ mit bis zu 800 Quadratmetern zulasse. Der Supermarkt dagegen werde über ein „hohes Maß an Architekturqualität“ verfügen.

Heidt räumt ein, dass die Stadt die bisherige Kommunikation „vielleicht anders hätte gestalten können“. Man werde aus den Fehlern lernen. In Zeiten des Masterplans müsse „offensiv informiert und kommuniziert“ werden, sagt der städtische Sprecher Michael Strohmayer.

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