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22.01.2009

Ronny geht auf Wahlkampf

PFORZHEIM. Nachdem PZ-Mitarbeiter und Oberbürgermeisterkandidat Ronny Thurow bereits im Rathaus sein Unwesen trieb, geht er nun aktiv auf Stimmenfang. In der Pforzheimer Fußgängerzone stellt er sein ausgeklügeltes Wahlkampfprogramm für das PZ-Experiment "Wie werde ich eigentlich OB?" vor. Dies soll ihn in der Wählergunst nach vorne spülen.

"Ich habe mich einfach an Obama orientiert", sagt Ronny Thurow zu zwei verdutzten Mittfünfzigern aus Pforzheim. "Der sagt 'yes we can', ich sage 'Pforze mir can es'." Auf die darauf folgende Frage, welcher Partei Ronny angehöre, entgegnet dieser, dass es für ihn entscheidend sei, für alle Pforzheimer eintreten zu wollen und er sich daher nicht durch eine Parteizugehörigkeit einschränken wolle: "Ich bin völlig überparteilich." Auch gekündigt habe er bei der PZ noch nicht, obwohl er sich seines Wahlsieges durchaus sicher sei, aber so ganz ohne die Unterstützung der PZ wolle er dann doch nicht bleiben. Optimistisch stimmt Ronny vor allem sein enorm selbstbewusstes Wahlprogramm, das er im Falle eines Sieges durchsetzen will: "Wenn ich gewählt werde, setze ich mich für folgende fünf Punkte ein":

  1. Vollbeschäftigung
  2. Weniger Steuern
  3. Bessere Familienförderung
  4. Bildung für alle
  5. Mehr Nachtleben für Pforzheim

Auf Nachfragen unentschlossener Bürger, ob er denn auch wirklich kompetent sei, erklärt Ronny, dass er ja schließlich studiert habe und damit alle Kompetenzfragen überflüssig seien. Dieses Argument zieht auch bei älteren Herren in langen Mänteln und weißen Schals: "Ja, dann machen sie einfach mal. Obama ist schließlich auch an die Macht gekommen."

Wenn Ronny merkt, dass er mit seinen Wahlversprechen allein nicht mehr weiter kommt, setzt er ganz auf seinen Charme: "Sehe ich nicht sympathisch aus?", fragt er beispielsweise eine Rentnerin, die daraufhin entgegnet: "Wenn Sie so lächeln, auf jeden Fall. Meine Stimme haben Sie."

Als wesentlich härtere Brocken erweisen sich da die Damen und Herren vom Tierschutzverein, die mitten in der Fußgängerzone einen Infostand betreiben. Um auch sie von sich zu überzeugen, wird kurzerhand das Wahlprogramm um einen sechsten Punkt erweitert: "Mehr Rechte für Tiere". Von so viel Spontanität und Einfallsreichtum selbst überrascht, stürzt sich Ronny weiter in den Wahlkampf. Gelegentlich aufkommende Zweifel an der Durchführbarkeit einzelner Punkte seines Programms hält er nach wie vor für unangebracht: "Ach das geht alles, wir müssen nur wollen und an einem Strang ziehen." Gegen Ende seiner Tour schwinden dann jedoch auch bei unserem Spitzenkandidaten zusehends die Kräfte. Nachdem ihm erneut eine Rentnerin das Vertrauen ausgesprochen und ihm versichert hat, ihn wählen zu wollen, ruft Ronny der Frau ein gutgelauntes "Pforzheim kann mehr" hinterher. Aber Ronny wäre nicht Ronny, wenn er den Fauxpas nicht sogleich bemerkt hätte, und so korrigiert er den Leitspruch seines Konkurrenten Gert Hagers umgehend: "Achso, ne, das war ja der falsche Spruch. Pforze mir can es!"