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19.06.2009

Rülke: Aufräumen und beruhigen nach der Überraschung

Grund zur Freude bei Hans-Ulrich Rülke: Am Dienstagabend hat er einen überraschenden Karrieresprung gemacht und am frühen Donnerstagmorgen ist er Vater eines Sohnes geworden. Während der kleine Johannes drei Wochen später erwartet wurde, hatte Rülke mit dem Posten des Fraktionsvorsitzenden der FDP im Landtag erst in drei Jahren gerechnet. Über die turbulenten ersten Tage nach der nicht minder turbulenten Wahl des FDP-Fraktionschefs hat Rülke mit der PZ gesprochen. Das umfangreiche Interview wird in den Abendstunden auf PZ-news zu lesen sein.

Im Video von PZ-news gesteht der Pforzheimer Lehrer ein, dass die Wahl zum Fraktionsvorsitzenden ihn vor eine große Herausforderung stellt: Die Querelen um den Verzicht von Rülke-Vorgänger Ulrich Noll – landesweit spekuliert man auch über Intrigen – machen die Arbeit in der 15 Abgeordnete zählenden Fraktion nicht gerade leichter. Rülke muss jetzt erst einmal Ruhe in die Fraktion bringen, viele Einzelgespräche führen und dann möglichst schnell zur politischen Arbeit zurückkehren. Er spricht dabei von "Scherben zusammenkehren".

Das heißt aber auch: Die FDP in der Regierungskoalition zu positionieren, ohne eigene liberale Positionen aufzugeben. Mit Stefan Mappus, Fraktionsvorsitzender der CDU, verbindet Rülke eine enge Freundschaft. Gleichwohl werde er darauf achten, dass die FDP nicht zum bloßen Anhängsel der CDU werde. Gemeinsam haben Mappus und Rülke das Amt innerhalb ihrer Fraktionen. Unterschiedlich sind jedoch die Zukunftsaussichten. Während die baden-württembergischen CDU-Fraktionschefs irgendwann einmal Ministerpräsident werden, ist bei der FDP mit diesem Posten schon das Ende der Fahnenstange in der Landespolitik erreicht. So sieht es zumindest Rülke, der den Fraktionsvorsitz höher bewertet als einen möglichen Ministerposten in einer Regierungskoalition.

In Stuttgart ist Rülke jetzt ein gefragter Mann. Ob er seine Arbeit auch als Stadtrat in Pforzheim weiterführen wird? Im Videointerview erklärt er, dem Willen seiner Wähler folgen zu wollen. Ob er die nächsten Jahre FDP-Stadtrat unter einer FDP-Oberbürgermeisterin sein wird? Für Rülke gibt es da nur eine Antwort: Ein klares „Ja!“.