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Hans-Ulrich Rülke hebt die zentrale Bedeutung der Westtangetne hervor.
Hans-Ulrich Rülke hebt die zentrale Bedeutung der Westtangetne hervor. © PZ-Archiv
08.10.2008

Rülke zur Westtangente: "Es geht jedes Mal darum"

Die Spekulationen über die Westtangente und ihren ausbleibenden Baubeginn schießen ins Kraut. PZ-Redakteur Marek Klimanski hat den Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke (FDP) dazu befragt.

Pforzheimer Zeitung: Hat man im Landtag eigentlich schon mal von der Westtangente Pforzheim gehört?
Hans-Ulrich Rülke:
Mit Sicherheit, denn die verkehrspolitischen Debatten drehen sich sehr häufig um die A 8 und die Situation rund um Pforzheim, und insofern ist es ein Thema, das in Stuttgart wahrgenommen wird.

PZ: Manche Leute sagen, der Landtag habe in seiner Sitzung vom 8. Juni eine Entscheidung getroffen, die einen Baubeginn der Westtangente vor dem Jahr 2015 ausschließt. Stimmt das?
Rülke:
Das sehe ich nicht so. Die Entscheidungen der Landespolitik reichen mit Sicherheit nicht über das Jahr 2011, also das Ende der Legislaturperiode, hinaus. Es besteht immer wieder bei jedem Landes- und bei jedem Bundeshaushalt die Möglichkeit, die Prioritäten zu verschieben.

PZ: Trifft es zu, dass der Ausbau der A 8 bei Pforzheim-Ost mit Geld finanziert werden soll, das für die Westtangente vorgesehen war?
Rülke:
Das ist so nicht der Fall, denn die Mittel im Verkehrsetat sind nicht zweckgebunden und auch nicht örtlich gebunden, sondern es geht jedes Mal darum, neu die Interessen einer Region zu vertreten.

PZ: Als Landtagsabgeordneter vertreten Sie, obwohl Pforzheimer, den Enzkreis. Steht man im Umland hinter Pforzheim und der Westtangente?
Rülke:
Ja, weil die Region als Ganzes betrachtet wird, und wenn sich die Verkehrsprobleme der A 8 auflösen, nützt es der gesamten Region und nicht nur Pforzheim.

PZ: Was müssen Pforzheims Politiker, was muss die Stadt tun, um einen möglichst frühen Baubeginn der Westtangente zu erreichen?
Rülke:
Wir dürfen nicht versäumen, immer wieder darauf hinzuweisen, dass dieses Projekt von zentraler Bedeutung ist, und wir werden spätestens dann, wenn klar ist, in welcher Konstellation Ende 2009 in Berlin regiert wird, alle Kräfte bündeln müssen, um in Berlin Erfolg zu haben.

PZ: Der Verdacht drängt sich auf, dass vor zwei Jahren ein Zeitfenster für einen Baubeginn da war, das nicht genutzt wurde.
Rülke:
Ich sehe das so nicht, denn das war ja unmittelbar nach der Planfeststellung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach der Planfeststellung eine gewisse Zeit ins Land geht. Wir müssen nur aufpassen, dass es nicht zu lange dauert.

PZ: Wir reden immer nur über den ersten Bauabschnitt von der A 8 ins Brötzinger Tal. Gibt es für den zweiten Teil, den Tunnel ins Nagoldtal, überhaupt Chancen, dass er vor Mitte des Jahrhunderts verwirklicht wird?
Rülke:
Das hoffe ich sehr. Es würde keinen Sinn machen, den ersten Bauabschnitt, so wie ich hoffe, relativ rasch nach 2009 auf den Weg zu bekommen und anschließend über ahrzehnte den zweiten Bauabschnitt ängen zu lassen. Das Projekt macht nur dann Sinn, wenn das Ganze in einem zeitlich überschaubaren Rahmen abgeschlossen wird. Ich hoffe, dass innerhalb von 10 bis 15 Jahren beide Bauabschnitte abgeschlossen werden können.