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Am Samstag zogen Demonstranten durch die Pforzheimer City, um für die Seenotrettung zu demonstrieren. 

Rund 150 Menschen demonstrieren in Pforzheim für die Seenotrettung

Pforzheim. Auf ihren Plakaten steht "Stoppt das Sterben auf dem Mittelmeer" oder "Es geht um Menschen" und sie rufen laute Parolen, während sie durch die Pforzheimer Innenstadt ziehen. Rund 150 Demonstranten haben am Samstagnachmittag auf ihre Ziele aufmerksam gemacht: Die Entkriminalisierung von privater Seenotrettung, legale Fluchtwege sowie die Aufnahme von Bootsflüchtlingen.

Der Pforzheimer Ableger der Organisation "Seebrücke" rief dazu auf, auf die Straße zu gehen und die Goldstadt zu einem "sicheren Hafen" zu machen. Dem Aufruf folgten neben Mitgliedern der "Omas gegen Rechts", der evangelische Kirche, dem Forum Asyl, der "Seebrücke" Pforzheim und Karlsruhe sowie von "Fridays for Future" Pforzheim unter anderem auch Pforzheims Baubürgermeisterin Sybille Schüssler, Dekanin Christiane Quincke und die Leiterin der Lilith Beratungsstelle, Angela Blonski.

So verlief die Demo in Pforzheim

Startschuss der Demonstration war um 14 Uhr am Stadttheater, dann ging es über die Zerrennerstraße, die kurze Zeit für den Verkehr gesperrt wurde, über den Leopoldplatz bis hin zum Marktplatz. Bei verschiedenen Kundgebungen sprachen Vertreter der teilnehmenden Organisationen sowie Flüchtlinge, die selbst über den Seeweg nach Deutschland gekommen waren und teilten ihre Erlebnisse. Die Demonstranten zogen die Blicke der Passanten auf sich, die an diesem Tag in der Innenstadt unterwegs waren. Die Demo wurde aus Sicherheitsgründen von der Polizei begleitet, verlief aber ruhig und friedlich. Gegen 15.45 Uhr war sie beendet.

Steffen Reguse, Sprecher der "Seebrücke" Pforzheim und Versammlungsleiter, sprach PZ-news gegenüber von einer gelungenen und friedlichen Demo. Zudem kündigte er an, dass es weitere Seebrücken-Aktionen geben werde – auch in Pforzheim.

Demo Seebrücke Seerettung 22
Bildergalerie

Rund 150 Menschen demonstrieren in Pforzheim für die Seenotrettung

Weitere Demonstrationen in ganz Deutschland

Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten haben die Mitglieder der "Seebrücke" an diesem Samstag demonstriert. Groß in die Schlagzeilen der nationalen und internationalen Medien geraten war das Thema, als die deutsche Kapitänin des Rettungsschiffes "Sea-Watch 3", Carola Rackete, in Italien festgenommen wurde. Sie hatte das Schiff mit 40 Migranten an Bord nach mehr als zwei Wochen auf See unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gesteuert. Sie wurde unter Hausarrest gestellt, der am Dienstag schließlich wieder aufgehoben wurde. 

Bereits im vergangenen Jahr waren in Pforzheim rund 250 Unterstützer der Bewegung auf die Straße gegangen. 

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