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Klartext redet Pforzheims SPD-Kreischef im PZ-Redaktionsgespräch. Frederic Striegler warnt vor Populismus und sieht die Demokratie in Gefahr.
Klartext redet Pforzheims SPD-Kreischef im PZ-Redaktionsgespräch. Frederic Striegler warnt vor Populismus und sieht die Demokratie in Gefahr.
20.04.2017

SPD-Kreischef Striegler kritisiert CDU-Bewerber und steht fest zu OB Hager

Mit Sorge sieht der SPD-Kreisvorsitzende Frederic Striegler populistische Tendenzen – bundes- und weltweit, aber auch in Pforzheim. Mit Feuereifer gehen er und seine Mitstreiter deshalb die wegweisenden Entscheidungen dieses Jahres an. Bei der OB-Wahl am 7. Mai wollen die Sozialdemokraten Gert Hagers Spitzenposition verteidigen, bei der Bundestagswahl im September die Spitze erobern. Kämpferisch gibt sich Striegler im PZ-Gespräch.

Pforzheims SPD im OB-Wahlkampf: Während einzelne CDU-Stadträte, aber auch der Stadtverband, die Junge Union und der Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum im OB-Wahlkampf des Herausforderers Peter Boch stark präsent sind, scheint Gert Hagers SPD zurückhaltend zu agieren. Diesen Eindruck teilt Striegler nur bedingt. Zwar führe Hagers „Initiative Pforzheim“ dessen Wahlkampf, was aus Sicht des OB „strategisch sinnvoller“ sei, da er von „Menschen unterschiedlicher Couleur“ unterstützt werde. Doch er spüre in der Partei „extreme Geschlossenheit“. Hager begegne Menschen mit Empathie, arbeite gut mit der SPD zusammen. „Es gibt neue Mitglieder, die treten nicht wegen Martin Schulz ein, sondern wegen Gert Hager.“ Dass nicht Parteimitglieder, sondern eine Firma die Plakate des Amtsinhabers angebracht hat, sei eine Ressourcenfrage. „Mir ist jedes Gespräch mit Bürgern wichtiger als ein aufgehängtes Plakat“, so Striegler.

Der Blick der SPD auf die CDU und deren OB-Kandidaten:

„Gert Hager ist ein Bürgerkandidat, Peter Boch ein Parteikandidat“, urteilt Striegler. Die CDU im Land sei „bestrebt, ihr Versagen in den Großstädten auszubügeln“. Deshalb werde in Bochs Wahlkampf „richtig Geld reingebuttert“. Eine „Materialschlacht“ könne die „Initiative Pforzheim“ nicht liefern. Der Bürgermeister von Epfendorf werde von vielen Pforzheimern als „sympathisch“ und „gut aussehend“ wahrgenommen. „Aber dann sagen halt alle: Das ist doch eine Schuhnummer zu groß für ihn“, so Striegler: „Man ist nicht Trainer eines Fußballclubs in einem Dorf und geht dann zu Bayern München.“ Abschreckend wirke auf viele die von der AfD zugesicherte Unterstützung. „Ich frage mich, wo der Aufschrei der CDU-Fraktion bleibt.“ Diese nehme „bewusst in Kauf, dass einen auch Leute unterstützen, die Fake-News lancieren und es okay finden, dass man Flüchtlingsheime anzündet“.

Die Einschätzung der SPD zu den weiteren OB-Bewerbern:

Striegler stuft Dimitrij Walter wie Andreas Kubisch als „chancenlos“ ein: „Ich frage mich immer, was deren Motivation ist.“

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