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Mit Trillerpfeifen haben Gegendemonstranten am Samstag die Salafisten-Versammlung auf dem Pforzheimer Marktplatz ausgepfiffen. © Bechtle
18.01.2014

Salafisten Pierre Vogel mit Glockenläuten und Pfeifkonzert empfangen

Pforzheim. Mit einem immer wieder ertönenden grellen Pfeifkonzert und lautem Glockengeläut der Schloß- und der Stadtkirche ist am Samstagnachmittag der populäre Salafisten-Prediger Pierre Vogel (Köln) auf dem Pforzheimer Marktplatz empfangen worden.

Bildergalerie: Salafisten-Prediger Pierre Vogel auf dem Pforzheimer Marktplatz

Weit weniger als die anvisierten rund 500 Anhänger der ultrakonservativen Strömung des Islams waren zusammengekommen - wohl auch deshalb, weil Vogel gerade eine Deutschland-Tour macht und 33 Städte in seinem Programm hat. Das Spektrum der Vogel-Gegner reichte von einzelnen Autonomen bis zurm rechtsradikalen „Wotansvolk“. Vertreter anderer Religionen und Konfessionen verfolgten den Auftritt Vogels mit einer Mischung aus Kopfschütteln und Besorgnis - schließlich ist der Salafismus nach Einschätzung der Innenminister der Länder die am schnellsten wachsende islamistische Strömung.

Rarer hatte er sich noch 2010 gemacht - und da waren 600 Menschen in duie Nagoldhalle gekommen. Heuer waren es weit mehr Polizisten als Hardcore-Islamisten. Das Häufchen drängte sich vor der Ladefläche eines Lastwagens, auf dem der charismatische Konvertit seine Thesen zum Islam vortrug - samt der obligatorischen Aufnahme eines jungen Mannes in die Gemeinschaft der Muslime. Über die Stärke der im Einsatz in der City befindlichen sowie als Reserve an der Kiehnlestraße gehaltenen Bereitschaftspolizisten machte Polizeisprecherin Gabi Evers vom Polizeipräsidium Karlsruhe, die persönlich vor Ort in Pforzheim war, keine Angaben. Zum Ende der Kundgebung rief Vogel zu Spenden für die Menschen in Syrien auf - allerdings über Organisationen, die nach Erkenntnissen von Ermittlungsbehörden die Bevölkerung nicht nur mit Medikamenten beliefern. Sondern getarnt auch mit Waffen für die islamistischen Anti-Assad-Kämpfer, die auch Jagd auf Christen machen.

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