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Auch in Pforzheim hat es laut Innenministerium eine Razzia gegeben. Foto: Symbolbild © dpa
15.11.2016

Salafisten im Visier der Polizei: Wohnungsdurchsuchungen und Verbotsverfügung

Pforzheim. Bei einer deutschlandweiten Großrazzia hat die Polizei auch in Pforzheim eine Wohnung durchsucht und Verbotsverfügungen verhängt. Die Goldstadt gehört zu einem der Zentren radikaler Muslime in Baden-Württemberg.

Die Rollläden sind zum Teil herunter gelassen, vor dem unscheinbaren Gebäude an der Ecke Lindenstraße und Franziskusstraße ist niemand zu sehen. Auch ein junger Mann hat nichts Auffälliges mitbekommen. Seit dem frühen Morgen ist er bereits auf den Beinen, und hätte es eigentlich bemerken müssen, wenn in seiner unmittelbaren Nachbarschaft die Polizei anrückt. So wie er es in den vergangenen Tagen beobachtet hat: „Ein paar Mal abends waren Beamte da“, erinnert er sich – aber das war es auch.

Nichts deutete am Dienstag darauf hin, dass auch die Al-Baraka-Moschee – ein Treffpunkt der Salafisten-Szene in Pforzheim – Ziel einer Großrazzia der Polizei gewesen sein könnte. Diese war am frühen Dienstagmorgen deutschlandweit gegen mutmaßliche Unterstützer der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgegangen.

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Einsätze gegen sechs Personen

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und der PZ aus Sicherheitskreisen wurden in Baden-Württemberg 18 Liegenschaften durchsucht. Ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart bestätigte, dass es auch in Pforzheim „Vollstreckungsmaßnahmen“ gab. Die Einsätze hätten sich jedoch auf sechs Personen beschränkt, über die Verbotsverfügungen verhängt worden seien. Ihnen wurde dabei persönlich mitgeteilt, dass der Verein „Die wahre Religion“ (DWR) ab sofort verboten sei. Lediglich eine Privatwohnung wurde laut Innenministerium gestern Morgen in Pforzheim durchsucht. Die Frage, ob die Ermittler bei der Person etwas Verdächtiges gefunden haben, beantwortete der Sprecher allerdings nicht.

Pforzheim hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Treffpunkt der salafistischen Szene im Südwesten entwickelt, unter anderem mit Auftritten von Predigern wie dem Kölner Pierre Vogel auf dem Marktplatz.

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