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High Tech in Krankenhäusern – hier ein Computertomograf in der Zentralen Notaufnahme in Jena – ist teuer und anfällig für Cyber-Attacken.  Schutt
High Tech in Krankenhäusern – hier ein Computertomograf in der Zentralen Notaufnahme in Jena – ist teuer und anfällig für Cyber-Attacken. Schutt
Silke Bentner
Silke Bentner
Jürgen Scherle
Jürgen Scherle
21.02.2016

Schadstoffware legt auch Computer von Kliniken vorübergehend lahm

Alarm – von einem „digitalen Seuchenjahr“ sprachen IT-Experten jüngst beim vierten Wirtschaftsforum bei der Sparkasse Pforzheim Calw (die PZ berichtete), von „offenen Scheunentoren“, offensichtlichen (und teuren) Sicherheits-Lecks. Kaum noch etwas geht ohne Informationstechnologie (IT).

Erst recht keine Klinik mit High-Tech-Medizin. „Das größte Risiko für die IT-Sicherheit besteht durch Anwender, die verdächtige Anhänge oder Links mit Spam-E-Mails öffneten“, sagt Silke Bentner, Sprecherin des Helios-Klinikums in Pforzheim. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, sensibilisiere man die Beschäftigten und gebe Hinweise und Regeln für die IT-Sicherheit vor.

Das ist auch bitter nötig – sonst passiert es wie im nordrhein-westfälischen Lukas-Krankenhaus Neuss: Am Mittwoch vorvergangener Woche wurden die Computer des Hospitals vorsorglich heruntergefahren – weil ein Mitarbeiter vermutlich unbewusst einen E-Mail-Anhang geöffnet hatte. Und ein Virus sich gierig im Intranet verbreitete – mit gravierenden Folgen: 15 Prozent der Operationen mussten verschoben werden, Patientenakten verschwanden und tauchten wieder auf, schwere Notfälle mussten an andere Kliniken abgegeben werden. Theoretisch wären, so IT-Experten in Wuppertal, auch Angriffe auf computergestützte hochkomplexe Apparaturen oder die Manipulationen von Patientendaten möglich gewesen. Eine möglicherweise tödliche Gefahr.

Wenige Tage später traf es ein Krankenhaus in Arnsberg. Nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) waren in jüngster Zeit weitere Kliniken betroffen – in Kleve, Mönchengladbach und Köln. „Jetzt hat es auch unser Krankenhaus getroffen“, so der Sprecher des Neusser Krankenhauses, zum WDR.

Es kann jede medizinische Einrichtung treffen – in jedem Land: „Auch in Baden-Württemberg gibt es Empfänger derartiger Schadstoffware. Es waren bereits Arztpraxen betroffen“, bestätigt Carsten Dehner, Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums, das von den Kollegen aus Nordrhein-Westfalen informiert wurde und umgehend das Sozialministerium in Kenntnis setzte.

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