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Haarstrukturen in Bild und Metall: Im Friseursalon barbers präsentieren die Geschäftsführer Stephan Hochstein und Andreas Klug (von links) eindrucksvolle Fotografien und Buchzeichen von Oliver Schmidt. Foto: Molnar
Haarstrukturen in Bild und Metall: Im Friseursalon barbers präsentieren die Geschäftsführer Stephan Hochstein und Andreas Klug (von links) eindrucksvolle Fotografien und Buchzeichen von Oliver Schmidt. Foto: Molnar
24.09.2017

Schau „Abschnittsweise Schmuckstücke“ im Melanchthonhaus

Pforzheim. Haare als Linien und Zeichnungen in Objekten – diese Idee hat Oliver Schmidt für die Schau „Abschnittsweise Schmuckstücke“ umgesetzt. Mit Hilfe der Fotografie brachte der Pforzheimer Goldschmied und Schmuckdesigner Strukturen von Haaren in Metall. Wie das wirkt, ist bis 30. Dezember im Friseursalon „barbers“ im Melanchthonhaus zu bestaunen.

Mit Musik von Gitarrist Matthias Weber wurde die vierte und letzte Ausstellung in der barbers-Art-Reihe „Schmuck Haar Foto Mode Haar Schmuck“ anlässlich des Goldstadtjubiläums eröffnet. „Wir haben nach Designern Ausschau gehalten, die auf unterschiedliche Weise in ihrem Schaffen einen Bezug zum Thema Haar aufweisen“, sagte Salonmanager Andreas Klug. Auf vielfältige und spannungsreiche Verbindungen sei er gestoßen – ob als Inspiration für Formensprachen, Materialität oder Präsentation. Schmidt habe ein Design- und Kunstprojekt entwickelt, welches das Abschnitt-Produkt aus dem Friseursalon – das Haar – in Kunst verwandelte.

„Das Thema Haar mit meiner Arbeitsweise in Zusammenhang zu bringen, war eine inspirierende Herausforderung, manchmal aber auch zum Haare-Raufen“, sagte der Designer. Mit der alten Technik Fotoätzung, die schon vor 100 Jahren genutzt wurde, gelang es ihm, das fotografierte Schnitthaar auf Metall zu übertragen. Über Wochen hat der Fotograf Yasutaka Okamura Bilder im Salon gemacht: „Der spannendste Teil lag für uns auf dem Boden“, so Schmidt.

Acht Fotoabzüge mit kosmisch anmutenden Strukturen sind bei „barbers“ nun zu sehen. Dazu hat Schmidt besondere Buchzeichen aus Bronze und Messing geschmiedet, gewalzt und eingefärbt. Teilbereiche der Fotografien wurden dafür zu Entwicklungsfolien ausgeschnitten, so dass einige Motive in den Aufnahmen wiederzufinden sind. „Die Gestaltung der Buchzeichen sollte eine ausschnitthafte und entfremdete Darstellung der Fotografie liefern“, sagte der 46-Jährige, der seit 20 Jahren in Pforzheim lebt und arbeitet. Passend zu den dekorativen Metall-Lesezeichen bot die Buchhandlung Uwe Mumm zur Vernissage eine kleine Bücher-Edition. Von Schmidt wurden zudem Eisenschalen und ein Teil seiner Schmuckkollektion gezeigt.

Die Ausstellung ist bis Samstag, 30. Dezember, zu den Salon-Öffnungszeiten zu besichtigen.