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Nach monatelanger Pause sitzt bei Dominik Krämer aus Pforzheim beim Aufbau seines Churros-Wagens immer noch jeder Handgriff.  Foto: Koss 

Schausteller bauen auf: Mini-Mess in Pforzheim wird auf den Weg gebracht

Pforzheim. Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Rathaus, während die ersten Lämpchen auf dem „Mais-Man“ aufleuchten. Karl Müller, der Inhaber dieser Bude, schmunzelt, als er vor dem fertig aufgebauten, überdimensionalen Maiskolben steht, aus dem ab Freitag gekochte Maiskolben verkauft werden. „Nach der ganzen Zeit ohne Arbeit haben wir fast vergessen, wie das alles hier funktioniert“, scherzt Müller.

Direkt nebenan wird die „Grill-Stube“ von Nico Lustnauer aus Ludwigsburg und seinen drei Mitarbeitern für den Verkauf von Bratwürsten und Pommes vorbereitet. „Die Ungleichbehandlung der Schausteller stinkt uns gewaltig“, meint Lustnauer, der in dritter Generation das Familienunternehmen durch diese schwierige Phase führt. Aufgeben kommt für Lustnauer wegen Corona aber nicht infrage. „Obwohl sich unsere Bank sicher bedanken würde . . . “ Mittlerweile steht die Sonne über dem Marktplatz und bringt Dominik Krämer ins Schwitzen, während er, trotz der neunmonatigen Zwangspause, routiniert den Dachaufbau seines Churros-Wagens befestigt.

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Am Marktplatz baut das Team der Firma Kinzler am Nachmittag das Kinder-Riesenrad auf. Foto: Koss
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Noch nie stand es so lange still: das Karussell von Tobias Wölfle. Foto: Koss

Der Schausteller aus Pforzheim blickt zwiegespalten auf die kommenden Wochen in der Fußgängerzone. „Wir kämpfen um den Weihnachtsmarkt, und wollen beweisen, dass fahrende Unternehmer, ebenso wie alle anderen gastronomischen Betriebe auch, in der Lage sind, die Corona-Auflagen einzuhalten.“

Eröffnung am Freitag

Die Mini-Mess, die zwischen 18. September und 10. Oktober den Ausfall der großen jährlich stattfindenden Pforzemer Mess etwas verschmerzbarer machen soll, ist für die meisten anwesenden Schausteller weniger ein finanzielles Trostpflaster als die Möglichkeit, „endlich wieder zu arbeiten“.

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Alle Hände voll zu tun hat indes Alexandro Nico Gabriel bei der Installation der Lichter für den „Mais-Man“. Foto: Koss