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Pforzemer Mess

Schwindelfrei müssen die Arbeiter sein, die das Riesenrad „Bellevue“ aufbauen – und bei aller Konzentration kaum einen Blick für die schöne Aussicht haben. Erb
Schwindelfrei müssen die Arbeiter sein, die das Riesenrad „Bellevue“ aufbauen – und bei aller Konzentration kaum einen Blick für die schöne Aussicht haben. Erb
Peter Lössel (Mitte), Chef vom „Bratwurstglöckle“, packt mit an beim Aufbau der Stände rund um die legendäre Wurstküche.
Peter Lössel (Mitte), Chef vom „Bratwurstglöckle“, packt mit an beim Aufbau der Stände rund um die legendäre Wurstküche.
07.06.2017

Schausteller drehen schon vor Mess das große Rad

Pforzheim. Wenn Flaneure am Donnerstag, 15. Juni, erstmals eintauchen in die bunte blinkende, blitzende Welt der Pforzemer Mess, wird nichts mehr darauf hindeuten, dass hier tagelang gerackert und mit schwerem Gerät rangiert worden ist. „Unsere Kundschaft soll nur ihre Freude haben“, sagt Mess-Urgestein Peter Lössel, während er in die Knie geht und mit anpackt, um Balken in Position zu rücken.

Noch sind von den zum Nürnberger „Bratwurstglöckle“ gehörenden Buden nur die Grundrisse zu erahnen. Vier Tage dauert der Aufbau dieser kleinen Schlemmermeile, an der acht Mitarbeiter werkeln. Lössels Fuhrpark: fünf große Anhänger, zwei 7,5-Tonner, ein Unimog, eine Zugmaschine, vier Campingwagen. „Recht viel weniger als der Riesenrad-Betreiber haben wir auch nicht“, sagt Lössel augenzwinkernd, „und ähnlich viel Strom werden wir auch wieder brauchen.“ Schließlich laufen die Kühlaggregate in der Wurstküche rund um die Uhr.

Konzentriert und zügig wird bereits überall auf dem Messplatz gearbeitet. Der städtische Marktmeister Marc Pfrommer und sein Kollege Roland Nast eilen kreuz und quer über den Asphalt. Jedes der anrückenden Gefährte wird zentimetergenau in Position gebracht. „Hier herrscht noch Recht und Ordnung auf dem Platz“, hatte Karl Müller („Mais-Man“) jüngst anerkennend beim Pressegespräch gesagt. Was Pfrommer und Nast da zusammenfügen, gleicht einem Puzzle, das am Ende 112 Teile haben wird – 43 Krämermarktstände und 69 Schaustellerbetriebe sorgen ab Mitte Juni für vergnügliche Vielfalt. Gut, dass die Beschicker nicht auf einen Rutsch anrücken.

Ein vertikales Puzzle hat derweil Markus Erber vor Augen, der im Führerhaus eines Krans sitzt. Die Bauteile sind insgesamt 350 Tonnen schwer, wie der Betriebsleiter des Riesenrads berichtet, das er für die Düsseldorfer Firma Oscar Bruch junior in Szene setzt. Es trägt den Namen „Bellevue“, doch anders als später die Fahrgäste, werden Erbers Mitarbeiter kaum einen Blick für die schöne Aussicht haben. Artistisch klettern sie an Streben und Pfeilern auf und ab, das Rad scheint im Zeitraffer zur runden Sache zu werden. 42 Gondeln wird es auf 55 Meter Höhe hieven. Mit 17 Lastwagen wurden die Einzelteile dieser Attraktion angekarrt.

Groß auffahren kann auch Nico Lustnauer, um hungrige und durstige Messbesucher zu bewirten. Der neue Chef im „Schwarzwaldhaus“ hat satt investiert. Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.