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Symbolbild: Dietz
Symbolbild: Dietz © Symbolbild: Dietz
08.05.2018

Schlägerei in Bäckerei am "Leo": Unübersichtliche Lage, verschiedene Aussagen

Pforzheim. Wer hat wann und wie bei einer Schlägerei in einer Bäckereifiliale am Leopoldplatz in Pforzheim geholfen? Diese Frage scheint nach dem Getümmel und dem vielen Aufsehen nicht mehr ganz eindeutig zu klären zu sein, denn auch die herbeigeeilten Polizisten konnten nur von den wichtigsten Beteiligten Personalien aufnehmen.

Auf die Frageeines Beamten, wer denn noch etwas zum Tathergang beitragen könne, so ein Polizeisprecher, habe es vor Ort keine Rückmeldungen gegeben. So viel aber steht laut Polizeimeldung fest: Um 16.50 Uhr betrat ein 46-jähriger Mann die Bäckerei und beschimpfte eine 38-jährige Angestellte. Wie sich herausstellte, war sie die Ehefrau des aggressiven Mannes, von dem sie sich vor Kurzem getrennt hatte. Nachdem der Mann aufgefordert wurde, das Geschäft zu verlassen, warf er mit einer hölzernen Münzschale nach der Frau und ging mit Schlägen und Tritten auf sie los.

Das bestätigte am Dienstagmorgen ein Anrufer bei PZ-news, der anonym bleiben möchte. Er sprach auch davon, dass der tobende Aggressor seine Ehefrau an den Haaren gezogen, sie mit der Faust geschlagen und überdies getreten habe. Der Anrufer sei der Mann, den die Polizei als „53-jährigen Zeugen“ beschreibt und der von dem Wüterich attackiert worden sei.

Der Anrufer will als Streitschlichter gehandelt haben, musste dem wütenden Angreifer den Arm herumdrehen und habe ihn dann zu Boden gebracht. Ihm sei noch ein Mann zu Hilfe gekommen, von dem die Polizei jedoch offenbar nichts weiß. Von anderen jungen Männern habe er nichts mitbekommen. Der 53-Jährige musste nach eigener Aussage schnell weiter zum Bahnhof, um einen Zug zu bekommen.

Am Montagabend hatte der 18-jährige Libanese Ibrahim Awada gegenüber PZ-news geschildert, dass auch zwei syrische, 17 und 18 Jahre alte Flüchtlinge sowie sein 19-jähriger Bruder helfend eingeschritten wären und den Aggressor festgehalten hätten. Awada, der gut Deutsch spricht, hatte als Sprecher für das Trio fungiert und PZ-news auf die Körperverletzung in der Bäckereifiliale aufmerksam gemacht.

Da die drei jungen Flüchtlinge nach dem Einschreiten wieder gegangen seien, hätten sie der Polizei gegenüber auch wohl wegen der Sprachbarrieren keine Angaben gemacht. Am Montagabend hatte ein Polizeisprecher erklärt, dass offiziell nur sicher sei, dass mehrere Personen bei dieser Gewalttat von den Polizisten vor Ort angetroffen wurden. Insgesamt dürfte die Situation wohl etwas unübersichtlich gewesen sein.

Die Geschäftsleitung der Bäckereifiliale erklärte gegenüber PZ-news, zum Schutz der Mitarbeiter keine weiteren Informationen zu geben oder zu bestätigen. Die misshandelte Mitarbeiterin kam laut Polizei mit leichten Verletzungen davon. Die Beamten erteilten dem Beschuldigten einen Platzverweis. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.