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21.01.2011

Schlamperei beim Brandschutz im Rathaus

PFORZHEIM. Was im Februar 2010 bekannt wurde, erhält nun neue Erkenntnisse: Der Brandschutz im Neuen Rathaus wurde so sehr vernachlässigt, dass der Bau damals eigentlich gar nicht hätte bezogen werden dürfen. Und die Verwaltung hat in Kenntnis dieser Umstände nichts unternommen.

Bildergalerie: Schwachstellen beim Brandschutz im Pforzheimer Rathaus

Baubürgermeister Alexander Uhlig hat nun in den vergangenen drei Monaten alle Unterlagen seit Mai1967, die mit dem Thema Brandschutz zu tun haben, zu einer Historie zusammengefasst und diese am Freitagmorgen in einem Pressegespräch erläutert. „Die Öffentlichkeit hat Anspruch darauf, zu wissen, wie mit Steuergeldern umgegangen wird. Es ist absolute Offenheit angesagt, auch wenn es äußerst unangenehm ist“, sagte Uhlig.

Damals habe die Stadtverwaltung das Vertrauen der Bürger aufs Spiel gesetzt, und nun wolle das Rathaus anhand der erarbeiteten Historie „dokumentiere, dass wir nicht geschlafen haben“, sagte der Baubürgermeister. Aus den Unterlagen geht unter anderem hervor, dass die Feuerwehr in einem Brief am 15. November 1971 dem Einbau der feuerhemmenden Türelemente nicht zugestimmt hatte. Das Bauaufsichtsamt hatte am 23. November 1971 an das Hochbauamt geschrieben, welche Änderungen noch vorgenommen werden müssen, und „dass bei dieser Art der Bauausführung von Brandabschnitten innerhalb des Gebäudes keine Rede mehr sein kann“.

Das Amt sah sich nicht in der Lage, aufgrund der enormen Bedenken Befreiungen auszusprechen. Nach diesem Schriftverkehr gab es keine feststellbaren Regungen der Verwaltung, diesen rechtswidrigen Zustand zu bereinigen. Die Mitarbeiter seien im Nachhinein davon ausgegangen, das eine Genehmigung vorliege und somit Bestandschutz bestehe, sagte Uhlig.

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