nach oben
Arbeiten Hand in Hand: Pfarrerin Heike Reisner-Baral, Denkmalpfleger Christoph Timm und Pia Riegert-Matt sowie Frank Herb (von links) von Vermögen und Bau sind stolz auf den neuen Zugang zum Portal der Schloßkirche.  Belle
Arbeiten Hand in Hand: Pfarrerin Heike Reisner-Baral, Denkmalpfleger Christoph Timm und Pia Riegert-Matt sowie Frank Herb (von links) von Vermögen und Bau sind stolz auf den neuen Zugang zum Portal der Schloßkirche. Belle
14.08.2017

Schloßkirche in neuem Gewand

Nord, Süd, West: Drei Jahre lang war die Schloßkirche von Frühling bis Herbst von einem Baugerüst ummantelt – mal an dieser, mal an jener Seite. Nun sind die umfangreichen Arbeiten an der Fassade der evangelischen Stiftskirche St. Michael vollendet, im Oktober beginnen die Baumaßnahmen im Inneren (die PZ berichtete).

1,4 Millionen Euro hat es sich das Land Baden-Württemberg als Bauherr kosten lassen, die Hülle des Gebäudes umfangreich instandzusetzen – 300 000 Euro weniger, als für die Maßnahme bewilligt worden waren. „Bei Restaurierungsarbeiten kann man die tatsächlichen Kosten vorher schlecht schätzen“, erklärt Pia Riegert-Matt, Leitende Baudirektorin des Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Pforzheim. Mit Projektleiter Frank Herb, Pfarrerin Heike Reisner-Baral und Christoph Timm, Leiter der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt, präsentierte sie gestern das Werk. Eine Schadenskartierung belegte bereits 2007 den dringenden Handlungsbedarf am Gotteshaus, erst 2014 war das nötige Geld dafür verfügbar. Seither wurden in drei Bauphasen unter anderem schadhafte Natursandsteine aus- oder zurückgebaut und durch neue ersetzt, Fugen überarbeitet, Putz frisch aufgetragen – dabei habe man darauf geachtet, dass die Fassade „nicht wie geschleckt“ aussieht, sondern sich am historischen Vorbild orientiere, sagt Herb.

Um die Malereien in den Kirchenfenstern zu schützen, haben Experten sie mit einer Außenschutzverglasung versehen – ohne dadurch ihr Farbspiel im Innern zu beeinflussen. Der Blitzschutz ist nun auf dem neuesten Stand der Technik, und die Tauben haben keine Chance mehr, sich an sensiblen Stellen im Gemäuer niederzulassen. Durch Initiative der Freunde der Schloßkirche und Unterstützung des Rotary Clubs Pforzheim-Schloßberg wurden zudem zwei Sonnenuhren nach historischem Vorbild angebracht.

In diesem Jahr wurde als Vorgriff auf die Innensanierung eine erweiterte Treppenumrandung des Kirchenportals samt einer Rampe angebaut – denn immer mehr Besucher seien auf einen barrierefreien Zugang angewiesen, weiß Riegert-Matt.