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Schloßkirchenpfarrerin Heike Reisner-Baral sitzt an der Steinmeyer-Orgel, die von hoher Qualität ist, aber dringendst komplett überarbeitet werden muss. Foto: Erb
Schloßkirchenpfarrerin Heike Reisner-Baral sitzt an der Steinmeyer-Orgel, die von hoher Qualität ist, aber dringendst komplett überarbeitet werden muss. Foto: Erb
15.09.2017

Schloßkirchen-Orgel braucht Hilfe - Prinz von Baden hilft mit

Pforzheim. Als die Schloßkirche nach dem Bombenangriff vom 23. Februar 1945 in Trümmern lag, hatten zahlreiche Pforzheimer Einsatz und Herz gezeigt (die PZ berichtete). Dass sich der Wiederaufbau zum 60. Mal jährt, wird am kommenden Freitag mit einem Festakt gefeiert, bei dem sich auch Bernhard Prinz von Baden die Ehre gibt. Ein weiterer Schulterschluss ist nötig, um ein aktuelles ehrgeiziges Ziel zu erreichen: die sogenannte Reorganisation der Schloßkirchenorgel. Die Unterstützung durch Seine Königliche Hoheit ist Pfarrerin Heike Reisner-Baral gewiss.

Der Prinz von Baden hat die Schirmherrschaft für das Bestreben übernommen, der Orgel zu neuem Glanz zu verhelfen. „Damit drückt er seine Verbundenheit mit Pforzheim und seiner Kirche aus“, freut sich die Pfarrerin. Sie weiß aber auch, dass viele Pforzheimer dieses Vorhaben zu ihrem Projekt machen müssen.

Die Schloßkirche sei Reformationskirche, „steinernes Geschichtsbuch“, Reuchlin-Heimat und Bezugspunkt zum Markgrafen wie zum Kloster Maulbronn und verfüge zudem über eine hervorragende Akustik, erläutert Reisner-Baral die Gründe dafür, dass man den großen Wurf wagen will. Die 1959 fertiggestellte, volltönige Steinmeyer-Orgel soll reorganisiert, also grundlegend überarbeitet werden. Das ist dringend nötig. Denn laut Reisner-Baral ist die Elektrik kaputt, der Spieltisch hat allenfalls musealen Wert, zwischen 2812 Pfeifen auf engstem Raum wuchert Schimmel, und durch frühere und laufende Bauarbeiten im Gotteshaus ist das Instrument verdreckt.

Man befinde sich „im Anflug für die erste Zwischenlandung“, umschreibt die Pfarrerin den Stand der Dinge. Renommierte Orgelbaufirmen sichteten derzeit das Instrument und erstellten Angebote. Da diese noch nicht vorlägen, könne man den Preis noch nicht definieren. Selbst Laien ist aber klar, dass etliche Hunderttausend Euro vonnöten sein werden.

Auch wenn Fördergelder, etwa durch die Landeskirche, zu erwarten seien, müsse das Gros der Kosten über Zuwendungen gestemmt werden. Die Gemeinde arbeitet mit einem professionellen Spendensammler – neudeutsch: Fundraiser – zusammen. „Die Orgel der Schloßkirche braucht Sie!“, steht auf einem Flugblatt, mit dem die gute Sache beworben wird. Darauf ist auch ein erster Entwurf der künftigen Orgel zu sehen.

Beim Festakt am Freitag wird jener Tropfen vorgestellt, der ab sofort im Pfarramt geordert werden kann: „Orgel-Wein“ – Weiß-, Grau- und Spätburgunder vom Weingut des Markgrafen von Baden in Salem, die Flasche zu acht Euro, wovon drei Euro ins Orgelprojekt fließen. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet. Es gibt eine Spendenkarte, auf der einmalig, aber auch jährlich bis 2021 ein Betrag zur Verfügung gestellt werden kann. Denn realistischerweise sei erst 2020 oder 2021 mit einer Umsetzung des Projekts zu rechnen.

Die Pfarrerin hofft auf größere Zuwendungen, betont aber zugleich: „Wir freuen uns genauso über viele kleine Spenden, damit sich die Menschen mit der Orgel und ihrer Schloßkirche identifizieren können.“ Ausdrücklich würdigt sie die Arbeit des Vereins der Freunde der Schloßkirche, der Großes leiste. Ein Beispiel, das Schule machen soll. „Orgel-Weine“ können bestellt werden im Pfarramt der Michaelsgemeinde, telefonisch unter (0 72 31) 10 24 84, E-Mail an michaelsgemeinde@evkirche-pf.de. Das Spendenkonto: Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN DE 65 6665 0085 0000 3628 75, Verwendungszweck „Orgel Schloßkirche“.

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