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Schmuck im Blick haben Claudia Schüller (links) und Claudia Geiger. Foto: Morelli
Schmuck im Blick haben Claudia Schüller (links) und Claudia Geiger. Foto: Morelli
26.03.2017

Schmuck im Verborgenen: Ausstellung von Claudia Geiger

Pforzheim. Wer glaubt, die Goldstadt sei längst Geschichte, kann sich im Atelier der Schmuckdesignerin Claudia Geiger vom Gegenteil überzeugen. Im Rahmen des Jubiläumsfestivals 250 Jahre Goldstadt präsentiert sie dort an drei Samstagen die Kollektionen von Schmuckgestaltern aus der Region und lädt ein, mit diesen ins Gespräch zu kommen. „Man sieht viel zu selten, was die Künstler in unserer Stadt machen“, sagt Geiger. Viele von ihnen finden ihren Weg nach Pforzheim über eine Ausbildung an der Goldschmiedeschule oder ein Studium an der Hochschule für Gestaltung. So auch Claudia Schüller, deren Schmuckobjekte bei der Veranstaltung am vergangenen Samstag im Vordergrund stehen.

Versteckte Symbole der Liebe

Auf ihren Abschluss an der Fachhochschule 1993 folgte ein längerer Aufenthalt in den USA. Doch nur wenige ließen sich zu diesem Zeitpunkt dort auf die Innovationen des modernen Schmuckdesigns ein. Daraufhin kehrte Schüller zurück nach Deutschland – zuerst nach Berlin, schließlich wieder nach Pforzheim. Sie schätze vor allem die gute Infrastruktur der Stadt: Gießereien und Gravur-Studios sind direkt vor Ort und die Wege zu den Zulieferern von Materialien und Werkzeugen kurz. In alldem liege ein großes Potenzial mit langer Tradition.

Die Jahnstraße vor Geigers Atelier ist stark befahren, trotzdem bleiben die Räume hinter den Schaufenstern für die meisten unentdeckt. Auch die Besonderheiten von Schüllers Schmuckstücken liegen oft im Verborgenen. Über ihre Faszination für Schriftzüge sei sie zu der Gestaltung von Trauringen gekommen, mit der sie sich seit über zwanzig Jahren beschäftigt. Kleine Geheimnisse machen diese zu individuellen Symbolen der Liebe.

Ihre Kollektion „Marvel“ verbirgt die Gravur hinter einem abnehmbaren äußeren Ring, während „Timbre“ die Worte „Ja, ich will“ als Tonspur verschlüsselt. Bei der Kollektion „Unendlich“ trägt jeder der Partner nur eine Hälfte des Textes, und die beiden Ringe namens „Trace“ haben den Abdruck des anderen eingeprägt, sodass sie aufeinandergelegt das Zeichen der Ehe ergeben.