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11.02.2010

Schmuck-Trickdieb gefasst: 84.000 Euro Schaden

PFORZHEIM/ENZKREIS. Einem in Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Schmuckdieb wird vorgeworfen, in mindestens drei Fällen in Pforzheim und Niefern-Öschelbronn Geschmeide im Wert von über 80 000 Euro ergaunert zu haben.

Am Telefon nannte er sich beziehungsreich – sagen wir – Danny Diamond, Schmuckhändler mit Wohnsitz in den USA. Sein Englisch war leidlich, seine Absicht liederlich. Von letzterem ist auch der Haftrichter überzeugt, denn seit Montag sitzt Danny Diamond hinter Gittern. Laut Polizeiangaben ist er 52 Jahre alt und hat seinen Wohnsitz im Ausland. Nach PZ-Informationen handelt es sich um einen im georgischen Tiflis geborenen israelischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Florida. Die Kripo war in ein Hotel in der Innenstadt geeilt, nachdem sie erfahren hatte, dass dort – nicht zum ersten Mal – ein Mann genächtigt habe, der der Personenbeschreibung entsprach, die die Polizei allen Hotels durchgegeben hatte: Unter den Gästen möge man Ausschau halten nach einem rund 120 Kilo schweren, 1,80 Meter großen und etwa 60 Jahre alten Mann mit kurzen schwarzen Haaren. So hatten ihn Angestellte von zwei Pforzheimer Schmuckunternehmen – eines im Pforzheimer Rodgebiet, eines in Brötzingen – und einer Firma in Niefern-Öschelbronn beschrieben. Stets hatte der Mann vorher angerufen – das letzte Mal nach PZ-Informationen von einem Festnetzanschluss in Belgien, sich als Händler vorgestellt und sein Kommen angekündigt – er wolle einen Blick auf die Kollektion werfen. Doch vor Ort ließ er es nicht dabei bewenden. Von einer „speziellen Masche“ spricht Oberstaatsanwalt Christoph Reichert. Geschickt lenkte Danny Diamond die Opfer ab und sackte blitzschnell ein paar Stücke aus der Kollektion ein – doch nie so viel, dass es gleich auffiel. Anfang Januar waren es in der Nordstadt Ringe im Wert von rund 40 000 Euro, am 25. Januar in Brötzingen Armreifen im Wert von 6000 Euro und in Niefern-Öschelbronn Schmuck im Wert von über 30 000 Euro. Insgesamt beziffern die Ermittler den Schaden auf 84 000 Euro. Hinzu kommt mutmaßlich noch ein Versuch bei einer Firma in der Innenstadt. Möglicherweise kommt auch ein Diebstahl in Idar-Oberstein in Betracht. Wie die PZ erfuhr, übernachtete der Tatverdächtige dreimal in besagtem Hotel. Jedesmal fällt der Aufenthalt zusammen mit Trickdiebstählen. Vielleicht lässt sich so auch der Verdacht erhärten, dass Danny Diamond auch für einen weiteren Diebstahl Ende November in Frage kommt – da übernachtete er das erste Mal in dem Hotel.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Reichert hat Danny Diamond trotz mehrfacher Nachfrage der Ermittler noch nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, dass man – wie in solchen Fällen üblich, wenn es sich um Staatsbürger handelt, die nicht in einem Schengen-Land leben – das für sie zuständige Konsulat einschaltet. Diamond, so Reichert, wolle erst einmal mit seiner Anwältin reden.