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Stadt und Land haben die Teilneudeckung des Schieferdachs bezuschusst. Die Villa an der Friedenstraße 80 war Teil der Denkmalrundfahrt.  Ketterl
Stadt und Land haben die Teilneudeckung des Schieferdachs bezuschusst. Die Villa an der Friedenstraße 80 war Teil der Denkmalrundfahrt. Ketterl
Die Balkone zieren wieder das ehemalige Pfarrhaus in Dillweißenstein an der Friedenstraße 211. Die Besitzer restaurieren das Kleinod Stück für Stück.
Die Balkone zieren wieder das ehemalige Pfarrhaus in Dillweißenstein an der Friedenstraße 211. Die Besitzer restaurieren das Kleinod Stück für Stück.
13.10.2016

Schmuckkästchen mit Charakter

Inforundfahrt zu drei ausgewählten Denkmalen in der Stadt. Rekonstruktion mit viel Fingerspitzengefühl und Sachverstand.

Drei bauliche Schmuckstücke, drei vorbildliche Engagements für deren Erhalt: Unter dem Motto „Pforzheims Reichtum“ haben 60 interessierte Bürger eine Rundfahrt mit Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, der kommissarischen Kulturamtsleiterin Angelika Müller-Tischer, dem städtischen Denkmalpfleger Christoph Timm und Martin Wenz vom Landesamt für Denkmalpflege unternommen.

Gut erhaltene Außenanlagen

Seit knapp 40 Jahren leben Jürgen Rathje (84) und seine Frau Doris (76) in der Villa an der Friedensstraße 80. Als es durchs Dach zu regnen begann, entschieden sie sich für eine Teilneudeckung mit Schiefer. Und sie bekamen Zuschüsse aus dem städtischen Denkmaltopf und dem des Landesamtes. An der Villa aus dem Jahr 1911 und ihren gut erhaltenen Außenanlagen könne man regionale und überregionale Geschichte ablesen, schwärmte Wenz beim Ortstermin. Die Eigentümer hätten das Kleinod immer pfleglich behandelt, das sei beispielhaft und fördere den authentischen Charakter.

Balkone rekonstruiert

Mit gleicher Begeisterung entwickelt das Ehepaar Daniela und Harald Tebbe, beide Mitte 50, das ehemalige Pfarrhaus von 1906, das über der Steinernen Brücke in Dillweißenstein thront, zu einem Schmuckstück. Die Innenarchitektin und der Kaufmann hatten sich nach eigenen Worten vor zwei Jahren in das Objekt an der Friedenstraße 211 verliebt und sind deshalb nach Pforzheim gezogen. „Wir haben das Gebälk überprüfen und die Balkone wieder öffnen lassen“, erklärte Harald Tebbe bei der Rundfahrt. Das Eternit an der Fassade wich Schiefer, die neuen Fenster sind den Originalen nachempfunden. Und die Farbkontraste der gelblichen Fensterrahmen- und dunklen Balken verdeutlichen den Heimatstil, wie er um 1900 im Trend lag.

Christoph Timm erklärte schließlich am Beispiel der Nordstadtschule als öffentliches Gebäude, wie die Generalsanierung in den vergangenen fünf Jahren den ursprünglichen Charakter des Hauses wieder hervorgebracht habe. Die 200 geteilten Fenster, die sich an den Originalen orientierten, die Dachaufbauten und die Farbgebung im Entree und in den Fluren zeugten davon. Reliefs an den Außenwänden zeigen sportliche Mädchen und Jungen.

Die Nordstadtschule wird am Freitag, 25. November, einen Tag der offenen Tür veranstalten.