nach oben
Fahren schnell und ohne viel Kraftaufwand mit den neuen Pedelecs des Polizeireviers Pforzheim-Süd auf Streife: (von links) Nicolai Jahn und Denny Ertel. 
Fahren schnell und ohne viel Kraftaufwand mit den neuen Pedelecs des Polizeireviers Pforzheim-Süd auf Streife: (von links) Nicolai Jahn und Denny Ertel.  © Ketterl
28.07.2015

Schneller an allen Orten: Pforzheimer Polizei jetzt mit Pedelecs auf Streife

Pforzheim. Kein Blaulicht, kein Martinshorn und mehr als 25 Stundenkilometer bergauf sind nicht drin - trotzdem sind es echte Streifenfahrten, die Nicolai Jahn und Denny Ertel vom Polizeirevier Pforzheim-Süd absolvieren. Sie sind unterwegs mit den neuen Polizei-Pedelecs, Fahrrädern mit Elektromotor-Unterstützung.

Diese ermöglichen es den Beamten in der schwierigen Pforzheim Berg-und-Tal-Geografie, ausgedehnte Streifenfahrten zu entlegenen, fürs Auto ungeeigneten Orten zu absolvieren, ohne dabei völlig ausgepumpt am Einsatzort anzukommen. Für Revierleiter Oliver Hiller liegen die Vorteile der rund 2500 Euro teuren Pedelecs auf der Hand. „Wir müssen mit unserem Revier alle drei Täler von Enz, Nagold und Würm bedienen. Mit den Pedelecs kommen wir zum Beispiel viel einfacher an die Grillplätze im Würmtal oder an der Nagold“, sagt Hiller. Für Streifenfahrten im Wildpark, wo es zuletzt öfter einmal nächtliche Probleme gab, sind die gegenüber Autos ungleich wendigeren Zweiräder ideal. Aber was ist mit der steilen Anfahrt zum Wildpark? „Mit dem Elektroantrieb schafft man das relativ locker“, meint Hiller.

Wichtiger als das energiesparende Fahren dürfte wohl die Akzeptanz der Pedelecs bei den Beamten und bei den Menschen in der Stadt sein. „Die Leute reagieren positiv und sind neugierig“, sagt Jahn. So eine Radstreife wirke sympathisch. Die Beamten radeln in Uniform, sind also gleich erkennbar. Ein kurzer Zuruf, ein Winken – den Kontakt können Fußgänger schnell herstellen. So gemütlich das Radfahren bei den Kontrollfahrten auch anmuten mag, so wissen doch mögliche Übeltäter, dass es sinnlos ist, zu Fuß zu flüchten, denn die Pedelec-Streife ist immer schneller und ausdauernder.

„Die Streifen mit dem Pedelec sind eine Ergänzung zu den Fußstreifen. Wir wollen Präsenz zeigen und auch wie eine Fußstreife ansprechbar sein“, sagt Hiller. Gleichzeitig könne man sich mit einer Pedelec-Streife auf größerem Raum bewegen, also in kürzerer Zeit an mehr Stellen sichtbar sein. Mit den alten Dienstfahrrädern ohne Motorhilfe war das angesichts der vielen Berg-und-Tal-Fahrten nur bedingt möglich. Kein Wunder, dass die beiden neuen Pedelecs von den Beamten auch für andere Fahrten genutzt werden, für die nicht unbedingt ein Streifenwagen nötig ist.

Vier Stufen bietet der 250-Watt-Motor für die Unterstützung des Radfahrers. Bei 25 Stundenkilometern wird abgeregelt. Mit der neuen Pedelec-Technik, so Hiller, sei eine Reichweite von 150 Kilometern drin, wenn man nur wenig elektrische Hilfe in Anspruch nimmt. Auf der höchsten Fahrstufe werde der Motor am stärksten beansprucht, weshalb die Reichweite auf 30 bis 40 Kilometer sinke. Die uniformierten und komplett ausgestatteten Polizisten tragen einen Helm und haben ein mittelgroßes Top-Case auf dem Gepäckträger.

Erste Pedelec-Erfahrungen konnten die Pforzheimer Polizisten vom Revier Süd schon 2011 beim Öko-City-Projekt mit den Stadtwerken Pforzheim sammeln. Ganz ungefährlich ist das Fahren mit den Pedelecs, zum Beispiel in engen Kurven, nicht. Doch habe man bislang noch keinen Unfall zu verzeichnen, so Ertel.

Leserkommentare (0)