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Symbolfoto: dpa
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06.02.2018

Schöffenprozess: Wegen Untreue angeklagter Rentner gesteht Taten

Pforzheim. Ein Urteil ist im Schöffenprozess um einen 65-Jährigen aus Mühlacker, der die Vermögensvollmacht seiner beiden Tanten innehatte und erst sie und später die Erbengemeinschaft um insgesamt über 400.000 Euro gebracht haben soll, zwar am Amtsgericht nicht gefallen. Richter Oliver Weik stellte dem Rentner aber schon einmal in Aussicht, was ihn im Falle einer Verurteilung erwarten könnte.

Derzeit sei das Gericht der Auffassung, dass die hohen Ausgaben, die der Angeklagte vom Geld seiner betagten Tanten getätigt haben soll, nicht dem Wunsch der beiden entsprachen. Vor allem nach dem Tod der alten Damen passe sein Verhalten nicht mit der im Bürgergesetzbuch festgehaltenen „ordnungsgemäßen Verwaltung“ zusammen.

„Vieles spricht für eine Verurteilung“, so Weik. Die rund 400.000 Euro, die der Angeklagte veruntreut haben soll, könnten eine Freiheitsstrafe zwischen drei und vier Jahren ohne Bewährung bedeuten. Strafmindernd wirke sich das Alter des Rentners, sein bis dahin „tadelfreies“ Leben, die psychische Erkrankung, die im Selbstmordversuch geendet habe, – und die Erklärung des Angeklagten, die der beim zweiten Prozesstag am Dienstag abgegeben hatte, aus.

Darin gab der Rentner die Taten zwar größtenteils zu, betonte aber auch, dass rund 60.000 Euro des Geldes für die Pflege der Tanten verwendet worden seien. Er habe zunächst in bester Absicht gehandelt. Irgendwann sei ihm die Vollmacht „entglitten“, und er habe großzügig vom Geld Gebrauch gemacht. „Das war alles ein großer Fehler“, so der Angeklagte, der ihn nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesundheitlich ruiniert habe.

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