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Christoph Reichert, Leitender Oberstaatsanwalt in Pforzheim, hat sich in der Region unter anderem einen Namen bei der Bekämpfung der Hells Angels und anderer rockerähnlichen Gruppierungen gemacht. Jetzt wechselt er zum Oberlandesgericht nach Karlsruhe.
Christoph Reichert, Leitender Oberstaatsanwalt in Pforzheim, hat sich in der Region unter anderem einen Namen bei der Bekämpfung der Hells Angels und anderer rockerähnlichen Gruppierungen gemacht. Jetzt wechselt er zum Oberlandesgericht nach Karlsruhe. © Ketterl
13.01.2013

Schreibtisch statt Rocker-Razzia: Christoph Reichert wechselt ans OLG

Christoph Reichert, 45, promovierter Jurist, der erste Leiter der Pforzheimer Anklagebehörde, den das Justizministerium zum Leitenden Oberstaatsanwalt machte, wird zum 1. März neuer Präsidialrichter am Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe. Damit verliert Pforzheim einen Staatsanwalt, der vor allem mit dem Verbot der lokalen Hells Angels für Aufsehen gesorgt und dafür auch Anerkennung erhalten hat.

Reichert wird seinen Posten als operativ tätiger Chef der Behörde an der Schulbergstaffel eintauschen gegen den Schreibtisch-Job in Karlsruhe. Er wird offiziell zu 20 Prozent einen Zivilsenat leiten, doch die eigentliche Aufgabe als Leiter der Präsidialabteilung werden Controlling, Disziplinar- und Per- sonalangelegenheiten und in Teilen Pressedinge sein. Also keine Teilnahme mehr an Razzien gegen die Hells Angels und United Tribuns, kein Auftauchen mehr an Örtlichkeiten, wo sich tödliche Unfälle.

„Ich habe mir das lange überlegt“, sagt Reichert auf PZ-Anfrage, „ich habe hier in Pforzheim ein tolles Team mit hochmotivierten Leuten, aber ich wollte diese Chance wahrnehmen.“ Formell muss noch das Kabinett die Entscheidung des Justizministeriums und des OLG bestätigen und der Ministerpräsident seine Unterschrift leisten. „Es fällt mir schwer, zu gehen“, sagt Reichert, „wir haben alle – Justiz, Polizei, Stadt und Enzkreis – sehr gut zusammengearbeitet.“ ol

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