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Aus einer Maschinenpistole wurden Schüsse auf die Pforzheimer Discothek "Musikpark" abgefeuert. Zu den Tätern führt bislang noch keine heiße Spur. © PZ-Archiv
16.02.2011

Schüsse auf "Musikpark": Noch keine heiße Spur

PFORZHEIM. Die Hoffnung, durch die Belohnung von 2000 Euro bahnbrechende Hinweise auf die Schüsse auf die Discothek „Musikpark“ Anfang Januar zu erhalten, haben sich bisher nicht erfüllt. Die Zahl der Hinweise liege „im einstelligen Bereich“, so Oberstaatsanwalt Christoph Reichert auf PZ-Anfrage. Voraussichtlich noch bis Ende des Monats wird die speziell ins Leben gerufene Ermittlungsgruppe „G19“ noch zusammen bleiben und die Spuren sammeln. „Es gibt noch einiges, dem die Kripo nachgeht“, sagt Reichert.

Bildergalerie: Polizeiermittlungen nach Schüssen auf Musikpark

Unterdessen sind alle in Frage kommenden dunklen Mercedes-Limousinen kriminaltechnisch untersucht worden. Ein solches Auto wollen Zeugen in den Morgenstunden gesehen haben, wie es die Goethestraße hinunterfuhr und aus dem geöffneten Fenster Schüsse abgegeben wurden. Sie stammen mutmaßlich aus einer tschechischen Maschinenpistole der Marke „Skorpion“. Die Spuren wurden mittlerweile an verschiedene Ämter und privaten Institute zur Auswertung geschickt. Das kann Wochen, wenn nicht Monate dauern.

Bildergalerie: Schießerei vor Musikpark Pforzheim

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft befindet sich der jüngere Bruder des Vize-Chefs der Rocker-Gruppe „Hells Angels“ auf freiem Fuß. Er war im Zuge der Razzia gegen die Rocker im Dezember ebenso wie sein Bruder festgenommen worden.

Der Bruder sitzt immer noch wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Er hat nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bei einer Auseinandersetzung mit der Türsteher-Clique „United Tribuns“ mit einem Revolver in Richtung der Kontrahenten geschossen haben. Doch entgegen erster Vermutungen war die Tatwaffe nicht identisch mit der Waffe, die man bei seinem jüngeren Bruder fand.

Ebenfalls in Untersuchungshaft befinden sich drei Männer, die bei einer Razzia gegen die „United Tribuns“ festgenommen wurden. Ihnen wird Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und der Besitz von Drogen vorgeworfen. Bei einem von ihnen wurde eine bisher nicht identifizierte Maschinenpistole mit Magazin und Schalldämpfer gefunden. Er kommt nicht aus Pforzheim, im Gegensatz zu seinen mutmaßlichen Mittätern.

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