nach oben
29.01.2016

Schwierige Spurensuche in Vergewaltigungsprozess

Sabine L. (alle Namen geändert) stockt schon nach wenigen Worten, als sie von den Ereignissen im Jahr 2005 zu erzählen beginnt. 13 Jahre war sie damals alt. Fast elf Jahre liegen also zwischen dem zweifachen sexuellen Missbrauch, den sie dem 56-jährigen Angeklagten Karl M. vorwirft, und der gestrigen Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Karl-Michael Walz. Erst 2014 habe sie sich in der Verfassung gesehen, gegen den schwer alkoholkranken Kfz-Mechaniker Anzeige zu erstatten.

Mit 13 sei sie in die sozialpädagogische Einrichtung Niefernburg gekommen. Von dort sei sie abgehauen, sie sei ein sehr schwieriges Mädchen gewesen. Etwa drei Wochen verbringt sie auf der Straße, lernt den heute 36-jährigen Christian P. und dessen Freund Karl M. kennen. Sie schließt sich P. an, folgt ihm auf Schritt und Tritt, wie sie sagt. Eines Tages auch in die Wohnung von Karl M. Dort habe der sie aufgefordert, sich auszuziehen. Weil sie wie versteinert gewesen sei, habe sie das getan, sei schließlich nackt auf der Couch gesessen, die beiden Männer neben sich. „Ich wollte sagen, dass ich das nicht will, aber es ging nicht“. M. habe sie daraufhin unsittlich berührt, während Christian zugeschaut habe. Erst als M. ihn um Erlaubnis gefragt habe, mit ihr schlafen zu dürfen, habe dieser verneint und sie habe sich anziehen dürfen. Warum sie Christian auch ein zweites Mal in die Wohnung gefolgt ist, weiß sie nicht recht zu beantworten. Heute wolle sie nur noch, dass dieser Alptraum endlich ein Ende finde.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.