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Seit Jahrzehnten ein Paar: Klaus und Ingeborg Weber.
Seit Jahrzehnten ein Paar: Klaus und Ingeborg Weber.
01.11.2017

Sechs Jahrzehnte verheiratet: Ingeborg und Klaus Weber feiern Diamantene Hochzeit

Pforzheim. Noch keine 14 Jahre war Ingeborg Weber alt, als ihre Freundin Marianne sie zum Konfirmandenunterricht abholte. Bei deren Mutter in der Küche vom „Löwen“-Wirt in „Seckene“ (Mannheim-Seckenheim) stand Klaus Weber aus Pforzheim, auf dem Heimweg von der Hannover-Messe.

Ingeborg und Marianne waren 1955 von Klaus Webers Eltern für zwei oder drei Tage nach Pforzheim eingeladen, man wollte ihr, dem Flüchtlingskind, eine Freude bereiten. Sie sah Klaus Weber abends immer wieder, wenn er von der Arbeit kam. „Er war lustig und fidel, das gefiel mir sehr.“ 1956 machte ihr Klaus Weber beim Kerwetanz im „Löwen“ einen Heiratsantrag, den sie vorerst ablehnte. Sie hatten eigentlich verabredet, dass er Marianne heiraten wird. Klaus meinte unter belustigtem Gelächter, dass er dazu eine ganz andere Meinung habe. „Meine Mutter musste mir eine Erlaubnis schreiben zum Heiraten.“ Volljährig war man damals mit 21 Jahren. In Zwei-Jahres-Abständen kamen ihre vier Kinder zur Welt, drei Jungen und ein Mädchen. Ihren ältesten Sohn Thomas verloren sie bei einem Unfall, kurz vor seinem elften Geburtstag. In den 1970er- Jahren kamen viele Russlanddeutsche in das Land ihrer Väter. „Mein Mann konnte vielen zu Arbeit und Brot verhelfen, daraus entstanden wertvolle Freundschaften.“ Zu dieser Zeit begann sie im Besuchsdienst der Gemeinde ehrenamtlich zu arbeiten. Zudem interessierten sie die Kontakte zur Partnergemeinde in der DDR. „Mit Angst vor Russen bin ich aufgewachsen.“ 1945 flüchtete sie mit ihrer Mutter aus Ostpreußen, zu den Eltern ins Ruhrgebiet. Ihr Vater war 1942 bei Reshew gefallen. In der PZ entdeckten sie 1993 die Deutsch-Russische Gesellschaft (DRG) hier in Pforzheim, die zu einem Konzert in der Schlosskirche einlud und Gästebetten für die Sänger suchte. „Das war für uns die Möglichkeit, russische Menschen kennenzulernen.“

Ausbau der Beziehungen

Die Eberhardt-Schöck-Stiftung bot zwei Qualifizierungsmaßnahmen für russische Bauhandwerker an, die Pforzheim und zahlreiche Mitglieder der DRG tatkräftig unterstützten. Weitere Bekanntschaften mit russischen Menschen vermittelten zwei Wirtschaftstage Russland/Irkutsk zusammen mit der IHK Pforzheim, die Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischem Forum Berlin und die Zusammenkunft mit den begeisterungsfähigen Lehrern der Alfons-Kern- Schule – Frank Goutier und Harald Diel. „Zusammen gehalten hat uns als Paar der Wunsch nach der Verbesserung der Lebensverhältnisse von Einzelnen um uns herum und in der Ferne.“ Dank der Unterstützung ihrer Söhne, deren Partnerinnen und der beiden Enkel, konnten sie das leisten, was ihnen notwendig schien.

„Dieses gemeinsame Ziel und Klaus’ Humor sind der Kitt, der uns seit 60 Jahren beisammen hält.“

Realist01
01.11.2017
Sechs Jahrzehnte verheiratet: Ingeborg und Klaus Weber feiern Diamantene Hochzeit

Ich finde es toll! Heutzutage bekommen viele, egal ob Mann oder Frau, nen Ego Trip, wollen sich selbst verwirklichen oder sind mit unnützem Kram so mit sich selbst beschäftigt, daß die Ehe irgendwann auf der Strecke bleibt. mehr...

Faelchle
01.11.2017
Sechs Jahrzehnte verheiratet: Ingeborg und Klaus Weber feiern Diamantene Hochzeit

ES ist ein großes Privileg auf eine so lange Ehe zurückblicken zu können. Das ist keine Selbstverständlichkeit, und jedem ist das Glück leider nicht zuteil: Mein Cousin starb mit 60, mein Onkel mit 58, mein Vater mit 65. Es waren alles glückliche Ehen, doch es gibt keine Garantie dafür, deshalb ist umso wichtiger, jeden Tag unendlich dankbar für dieses Geschenk zu sein. mehr...