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Selten dämlicher Scherz: Nächtlicher Großeinsatz durch falschen Notruf

Pforzheim. Einige Bürger in der Pforzheimer Nordstadt hatten in der Nacht zum Sonntag schon die erste Tiefschlafphase durchschritten, da hallten plötzlich Martinshörner durch die Nacht und Blaulicht zuckte an der Kreuzung von Kronprinzen- und Luitgardstraße. Um 0.35 Uhr hatte ein erregt schreiender Anrufer der Feuerwehr gemeldet, dass in einem Haus an der Kronprinzenstraße Menschen um Hilfe rufend auf einem Balkon stehen würden. Rauch und Feuer wären zu sehen.

Umgehend eilten die Feuerwehr mit 25 Mann in sieben Fahrzeugen, ein Notarzt- und vier Rettungswagen des ASB plus drei Streifenwagen der Polizei zum Brandort. Doch die einzigen Köpfe, die sich an den Fenstern sehen ließen, waren aufgeschreckte Nachbarn. Feuer, Rauch, Hilferufe? Fehlanzeige. Die Feuerwehr suchte vergeblich nach einem Brand.

Schnell wurde klar: Hier wurde der Notruf missbraucht. Der Anrufer hat wohl die Telefonzelle beim Salierpark Ecke Salier-/Rudolfstraße benutzt. Wird er ermittelt, erwarten ihn eine Strafanzeige und die Rechnung für den Einsatz, wobei die Rechnung sich eventuell auf einen vierstelligen Bereich summieren kann.

Nicht weniger belastend für die Feuerwehr: Um 4.58 Uhr ging ein automatischer Alarm ein. Jemand hatte in einem Haus an der Westlichen in der Fußgängerzone einen Handmelder eingeschlagen. Der Mann wurde von der Feuerwehr im Hausflur angetroffen. Er hatte seinen Schlüssel nicht greifbar und war aufgeregt, weil sein Mitbewohner die Wohnungstür nicht geöffnet hatte. Auch hier handelt es sich um einen Notruf-Missbrauch.