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Die Vorfreude wirkt ansteckend: Um Päckchen für bedürftige Kinder werben Lisa-Marie Tonne, Clemens Sadler, Svenja Keck, Sanjay Raval, Philipp Dörflinger und Annkathrin Schwämmle (von links).  Foto: Ketterl
Die Vorfreude wirkt ansteckend: Um Päckchen für bedürftige Kinder werben Lisa-Marie Tonne, Clemens Sadler, Svenja Keck, Sanjay Raval, Philipp Dörflinger und Annkathrin Schwämmle (von links). Foto: Ketterl
20.11.2016

Serviceclubs sammeln mit Gesamtschülerrat Päckchen für Bedürftige

Vereint wollen sie im Wortsinn mehr bewegen: Um möglichst vielen bedürftigen Kindern eine Freude bereiten zu können, machen mehrere Pforzheimer Serviceclubs und der Gesamtschülerrat gemeinsame Sache. Es sind vor allem junge Leute, die sich engagieren. Und es werden viele Kinder und Jugendliche unter den Spendern sein, die sie mit ihrer Idee begeistert haben. Seit Jahren sammeln die Serviceclubs Round Table und Ladies’ Circle bundesweit Geschenke, um einen riesigen Weihnachtspäckchenkonvoi auf die Reise zu schicken.

Nach Rumänien, Moldawien und in die Ukraine führt die Tour – zu Kindern, die sonst ein Weihnachten ganz ohne Geschenke erleben müssten. Auch in Pforzheim wurde gesammelt, in der Regel kamen hier 500 bis 700 Pakete zusammen. Eine schöne, aber durchaus ausbaufähige Zahl.

Junge Botschafter

Es sei wohl das erste Mal, dass mehrere Serviceclubs und Schüler in Pforzheim gemeinsam ein solches Projekt stemmten, sagt Sanjay Raval, der Präsident von Round Table 137. „Die junge Generation der Serviceclubs packt zusammen an“, bekräftigt Philipp Dörflinger, der mit seinem Kollegen Clemens Sadler vom Leo-Club Pforzheim-Goldstadt ebenso zum Redaktionsgespräch gekommen ist wie die Präsidentin des Ladies’ Circle 50, Svenja Keck, mit ihrer Vorgängerin Annkathrin Schwämmle sowie Lisa-Marie Tonne vom Gesamtschülerrat. Dass jenes Gremium, das 24 000 Schüler vertritt, als Botschafter fungiere, sei eine „unglaubliche Erleichterung“, betont Dörflinger.

Kleine Helfer bewirken Großes

„Die Kleinen sind schon ein bisschen hibbelig und freuen sich drauf“, berichtet Lisa-Marie Tonne. Die jeweiligen SMV-Vertreter rühren derzeit an zwölf Schulen die Werbetrommel: Nordstadt, Haidach, Johanna-Wittum, Waldorf, Schanz, Insel, Otterstein, Heinrich-Wieland und Fritz-Erler sowie am Kepler-, Hilda- und Hebel-Gymnasium. Lehrer wurden informiert, Flyer an jede Klasse verteilt. Lisa-Marie Tonne ist überzeugt, dass eine solche Aktion besonders fruchte, wenn sie den Schülern direkt von Schülern ans Herz gelegt werde. Nicht nur für die Bedürftigen in Osteuropa sei der Weihnachtspäckchenkonvoi eine gute Sache, betont Svenja Keck. „Kinder lernen hier, dass sie teilen, jemandem eine Freude machen können.“

Wenn Kinder etwas in ihrem Zimmer aussuchen, das sie dann weitergeben, werde früh „der soziale Gedanke gepflanzt“, bekräftigt Annkathrin Schwämmle. Deshalb seien auch hiesige Kindergärten in die Aktion eingebunden, an der jeder mit vergleichsweise geringem Aufwand Großes bewirken kann (siehe „Das müssen Päckchenpacker wissen“).

„Wenn wir unter unsere Weihnachtsbäume schauen, stellen wir doch fest, dass wir genug dort liegen haben“, sagt Clemens Sadler: „Es ist doch schön, wenn man etwas zurückgeben kann.“

Sanjay Raval hofft, dass sich das Projekt mit dem Motto „Kinder helfen Kindern“ zu einer „Gesamtpforzheimer Aktion“ entwickeln und für andere Städte zum Pilotprojekt werden könnte: „Solche Aktionen verbinden Menschen – auch in Pforzheim.“

Das müssen Päckchenpacker wissen

Der von Helfern der Serviceclubs begleitete Konvoi setzt sich im Dezember mit den an einer zen-tralen Stelle in Hanau gesammelten Päckchen nach Osteuropa in Bewegung. Er steuert insbesondere entlegene und ländliche Regionen an, um Kinder etwa in Waisen- und Krankenhäusern sowie Behinderteneinrichtungen zu bescheren. In Pforzheim werden dafür in dieser Woche Päckchen gesammelt, an den Schulen von Mittwoch bis Freitag. Alle, die sich beteiligen wollen, können die Geschenke am Freitag, 25. November, von 13 bis 16 Uhr in der Aula des Hilda-Gymnasiums abgeben.

Damit die bedürftigen Kinder möglichst viel Freude am Geschenk haben, ist es unabdingbar, dass Teilnehmer mit einem aufgeklebten Schild kenntlich machen, für welche Altersgruppe das Präsent gedacht ist und ob es ein Mädchen oder ein Junge erhalten soll. Die Schilder gibt es auf dem Flyer zum Ausschneiden oder im Internet zum Herunterladen. Kinder können etwas vom eigenen, gut erhaltenen Spielzeug verschenken, die Eltern noch etwas dazulegen. Bewährt haben sich etwa Spielsachen, Plüschtiere, Kleidung wie Mützen oder Handschuhe, Hygieneartikel wie Zahnbürste oder Waschzeug, Mal- und Schreibutensilien oder nicht rasch verderbliche Süßigkeiten. Eine Liste findet sich im Internet.

Selbstgemachtes oder eine Karte können die Gabe bereichern. Manche legen die Adresse dazu – trotz der Sprachbarriere haben sich durch die Aktion Brieffreundschaften entwickelt. Für die Deckung der Transport- und Mautkosten bitten die Verantwortlichen zudem um eine Spende von zwei Euro zu jedem Päckchen. Wer keine Geschenke schnüren möchte, kann nur Geld dazugeben. erb