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Neue Zielgruppe: Beraterin Sabrina Schuster, Geschäftsführerin Edith Münch und Beratungsstellen-Leiterin Anna Krieb 8von links) haben bei pro familia verstärkt die Beratung von Jungen und Mädchen im Blick. Foto: Ketterl
Neue Zielgruppe: Beraterin Sabrina Schuster, Geschäftsführerin Edith Münch und Beratungsstellen-Leiterin Anna Krieb 8von links) haben bei pro familia verstärkt die Beratung von Jungen und Mädchen im Blick. Foto: Ketterl
17.10.2017

Sexualpädagogische Schulsprechstunde von pro familia hilft Jugendlichen bei Problemen

Pforzheim. Da sind die Achtklässler, die alle schon Erfahrungen mit Pornos gemacht haben. Oder das Mädchen, deren Nacktbilder nun die ganze Schule sehen kann. Pro familia Pforzheim berät immer häufiger Jugendliche, die aufgrund der sozialen Netzwerke Probleme haben.

Seit vergangenen Jahr bietet pro familia an der Inselrealschule und der Ludwig-Uhland-Schule in Birkenfeld eine offene Jugendsprechstunde an, die vor allem von Mädchen sehr stark nachgefragt wird. „Der Druck ist sehr hoch“, sagt Beraterin Sabrina Schuster. Aufgrund der Neuen Medien sei der Zugang zu sexuellen und sexualisierten Inhalten heute so groß wie nie. Das habe Einfluss auf die Körperwahrnehmung der Teeanger, aber auch auf das Thema Pornografie bereits in jungen Jahren. Viele Jugendliche machten sich zudem nicht klar, welche weitreichenden Folgen es haben kann, wenn sie leicht bekleidete Bilder oder Nacktfotos von sich verschickten, die häufig den Weg zu anderen Menschen fänden. „Sind die Bilder online, ist es schwer, sie wieder rauszukriegen“, sagt Schuster.

Aus diesem Grund sehen Beratungsstellen-Leiterin Anna Krieb und Geschäftsführerin Edith Münch in dem neuen Angebot an der Schule, bei dem bislang 109 Jugendliche in 27 Sprechstunden beraten wurden, einen wichtigen Baustein zur Prävention. „Wir müssen die jungen Menschen schützen vor den Auswirkungen, die die Veränderungen durch die Neuen Medien mit sich bringen und neue Selbstverteidigungstechniken aufzeigen“, sagt Münch. Die Zielgruppe von pro familia verlagere sich damit auch ein Stück weg von der Familie hin zu Kindern. Um die sexualpädagogischen Angebote außerhalb der Beratungsstelle auszubauen, sei man jedoch auf Spenden angewiesen. Daher sind Münch und Krieb froh über Kooperationen wie mit der PZ-Hilfsorganisation „Menschen in Not“.

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