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Die Täter, die Kinder sexuell nötigen oder missbrauchen, werden immer jünger.
Die Täter, die Kinder sexuell nötigen oder missbrauchen, werden immer jünger. © Symbolbild: dpa
23.05.2011

Sexuelle Nötigung: Junge Täter im Fokus

PFORZHEIM. Über ein Jahr lang hat der 14 Jährige seine sechsjährige Schwester missbraucht. Vor einiger Zeit meldete sich eine Schule wegen auffälligem Verhaltens des Kindes bei der Beratungsstelle Lilith. Es gebe Überlegungen, den Jungen stationär in einer Facheinrichtung unterzubringen, sagt Geschäftsführerin Angela Blonski.

Vor zehn Jahren waren sie noch nicht im Fokus der Öffentlichkeit: Kinder und Jugendliche, die Gleichaltrige oder jüngere sexuell misshandeln oder nötigen – auf dem Schulhof, in der Disko, im Ferienlager oder innerhalb von Gruppen. Inzwischen geht allein die Beratungsstelle Lilith von über 30 Tätern pro Jahr aus, die zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Über die Präventionsarbeit an Schulen und Kindergärten würden etwa Erzieherinnen sensibler mit heiklen Situationen umgehen – und schneller nach externer Hilfe suchen.

„Die Opfer bekommen bei uns Hilfe, für die Täter gab es bislang keinerlei Angebote“, sagt Geschäftsführerin Angela Blonski. Wie wichtig das sei, zeige aber der Blick auf verurteilte Sexualstraftäter. Ihr Lebenslauf weise häufig sexuelle Auffälligkeiten in der Pubertät auf.

Der Bezirksverein für soziale Rechtspflege startet deshalb jetzt ein Training für 12- bis 18-Jährige. Als Auflage im Zuge polizeilicher Ermittlungen oder über die Jugendämter sollen pro Jahr 50 Täter in Stadt und Enzkreis zum Bezirksverein geschickt werden. Die Kosten will zumindest der Enzkreis über die Einzelfalpauschale abgleichen. Mof

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