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Ein Sturm hat dafür gesorgt, dass die Schmuckposter am evangelischen Schloßberg-Gemeindezentrum abgehängt wurden. Foto: Frei
Ein Sturm hat dafür gesorgt, dass die Schmuckposter am evangelischen Schloßberg-Gemeindezentrum abgehängt wurden. Foto: Frei
Für Monate ein ungewöhnlicher Blickfang: die Schloßkirche und die sexy Schmuckaufnahmen von Udo Spreitzenbarth. Foto: Frei
Für Monate ein ungewöhnlicher Blickfang: die Schloßkirche und die sexy Schmuckaufnahmen von Udo Spreitzenbarth. Foto: Frei
26.10.2017

Sexy Kirche war einmal: Nach Sturm fehlen Plakate am Schloßberg

PZ-Mitarbeiter Thomas Frei alias „ef-te“ geht durch die Stadt... und sieht nur noch grau, in diesem Fall beim Blick auf die Fassaden des evangelischen Gemeindezentrums am Schloßberg. Denn: Die Fotos des in New York lebenden, 1966 in Pforzheim geborenen und in Mühlacker aufgewachsenen Fotografen Udo Spreitzenbarth sind verschwunden.

Er hatte für „Goldstadt 250“, das Jubiläumsfestival anlässlich „250 Jahre Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim“, mit viel Glamour, feiner Ästhetik und meist einem Schuss dezentem Sex zwölf großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit schmucken Girls inszeniert, die – präsentiert von der „Pforzheimer Zeitung“ – als Blickfang unter anderem am PZ-Medienhaus, dem Sparkassen-Parkhaus, am Neuen Rathaus, der Alfons-Kern-Schule, am EMMA-Kreativzentrum und gleich doppelt unterhalb der Schloßkirche aufgehängt wurden.

Doch es ist nur eine Schau auf Zeit. Und wer sich bisher als Verkehrsteilnehmer auf dem Schloßberg möglicherweise durch Ketten auf nackter Haut nebst laszivem Blicken als Hingucker abgelenkt sah, kann sich mittlerweile wieder voll auf den Verkehr auf der Straße konzentrieren. Ein Herbststurm hatte dafür gesorgt, dass hier die Spreitzenbarth-Fotos abgehängt werden mussten. Mit „sexy Kirche“ ist’s daher vorbei.

Eigentlich war nur geplant, die schmucken Großplakate („Objects of Desire – Objekte der Sehnsucht“ lautete das Motto der ungewöhnlichen Fotoausstellung) bis Ende September zu zeigen. „Doch wir haben unvorstellbar viele positive Rückmeldungen erhalten, dass wir das Projekt erst Ende Oktober beenden müssen“, sagt Gerhard Baral, der Gesamtkoordinator von „Goldstadt250“. Dann wird es auch wieder andernorts wie derzeit schon am Schloßberg aussehen: Passanten blicken auf triste Fassaden.

Dabei ist das Jubiläum „250 Jahre Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie“ längst nicht beendet. Sozusagen im „Nachklang“ gibt es noch etliche Projekte – so in der Pforzheim Galerie, beim Kunstverein im Reuchlinhaus, im EMMA, bei „barbers“ im Melanchthonhaus und vielen anderen Orten. Aber, so Baral, „langsam gehen dann die 350 Veranstaltungen, bei denen wir bisher über 180 000 Besucher hatten, dem Ende entgegen.“ Wobei einige Ausstellungen im Rahmen von „Goldstadt 250“ noch bis ins Jahr 2018 dauern. Und es sind sicher nicht Wenige, die sich über eine Freiluft-Dauerausstellung mit den Spreitzenbarth-Fotos gefreut hätten.